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Bundeslager der Deutschen Waldjugend in Stockum

Eine Zeltstadt auf dem Acker

Coesfeld

Das, was derzeit auf einem Stockumer Acker steht, ein Zeltlager zu nennen, wäre untertrieben. Denn die Deutsche Waldjugend hat hier, nahe der Sirksfelder Schule eine regelrechte Zeltstadt errichtet. Mehr als 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland haben hier für eine Woche ihre Zelte aufgeschlagen, die meisten von ihnen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 6 und 27 Jahren. Dass dies in Coesfeld geschah, hat mit den guten Kontakten zu den benachbarten Landwirten zu tun, die den Acker zur Verfügung stellen und dafür eine Wiese gesät haben. Und mit Theres Koeppen. Die 26-jährige Bundesleiterin der Waldjugend ist gebürtige Coesfelderin und hat das Riesen-Lager organisiert. Vor knapp drei Jahren, direkt nach dem letzten Bundeslager habe sie, frisch in das höchste Amt gewählt, mit den Planungen begonnen.

Von Falko Bastos

Die gebürtige Coesfelderin Theres Koeppen, die inzwischen in Stuttgart lebt, hat das Lager organisiert. Nach drei Jahren als Bundesleiterin will sie anschließend abtreten. „Das ist ein Ehrenamt, das auch gut ein Vollzeitjob sein könnte“, sagt sie. Foto: Fotos: fab

Es gab eine Menge zu planen – und aufzubauen. Neben den Zelten errichtete die Waldjugend auch noch eine runde Zuschauertribüne und ein Lagertor mit Aussichtsturm aus Holz. „Wir haben nichts dafür gefällt“, versichert Koeppen. Bei dem Holz handle es sich um Überbleibsel von Sturmschäden. Anschließend werde es weiterverarbeitet. Denn der Gedanke der Nachhaltigkeit sei der Waldjugend ein besonderes Anliegen.

Unter dem Motto „Konferenz der Waldtiere“ steht das diesjährige Lager. Boden, Gewässer, Waldrand und Bäume - jeden Tag nehmen die Teilnehmer einen anderen Aspekt des Waldes unter die Lupe. Spiele, Aktionen und Exkursionen sollen spielerisch an das Thema heranführen. Und immer stehe eine Frage im Mittelpunkt. „Dem Wald geht es nicht gut. Was können wir tun?“, so Theres Koeppen.

Jagdhörner erklingen und Essen brutzelt über dem Lagerfeuer - es weht ein Hauch von Mittelalter durch das Lager. Smartphones sieht man hier kaum. Vermisst werden sie offenbar auch nicht. „Gestern wurde eines gefunden, abgeholt hat es noch keiner“, berichtet Koeppen. Heute können sich die Teilnehmer ihre eigenen Becher aus Holz fertigen und anschließend einen Smoothie zur Abkühlung mixen. Angetrieben wird der Mixer von einem Fahrrad. Dazu hat das Lager auch einen Buchladen, ein Café, einen Werkzeugverleih und einen Supermarkt. Der koordiniert die Essensbestellungen der Ortsgruppen und bietet ein Food-Sharing für Reste. „Wir haben einen Großmarkt leergekauft“, meint die Bundesleiterin grinsend.

Die Jurte der Coesfelder Ortsgruppe ist nicht nur am Ossenkopp zu erkennen. Denn es ist umringt von Fahrrädern, als einzige Gruppe reisten die Lokalmatadoren mit dem Rad an. Ob Kochwettbewerb, Radtour ins Schwimmbad, oder Gesangsrunden – Linus (12) und Mats (13) können sich kaum entscheiden, was ihnen am besten gefallen hat. „Dass wir da waren“, sagt Linus.

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