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Lore Schorn gibt nach Gründung und 13 Jahren Leitung des Mentoring-Projekts den Staffelstab weiter

„Er ist der Mann an der richtigen Stelle“

Coesfeld. Zufriedenheit und Gelassenheit strahlt Lore Schorn an diesem Vormittag aus. Gemeinsam hat sie es sich mit Wolfgang Manthei auf Stühlen im Hinterhof der Evangelischen Bücherei gemütlich gemacht, die Sonnenstrahlen kitzeln im Gesicht. Und doch hätte Schorn eigentlich allen Grund, eben nicht so entspannt zu sein, wie sie wirkt. Denn die Leitung des Mentoring-Projekts, das sie selbst vor 13 Jahren gegründet und das schnell Fahrt aufgenommen hat, gibt sie nun in die Hände von Wolfgang Manthei. „Ich weiß, dass er der Mann an der richtigen Stelle ist“, sagt sie. „Deshalb habe ich auch ein gutes Bauchgefühl.“

Leon Seyock

Die Türen stehen offen für Wolfgang Manthei, der demnächst die Leitung des Mentoring-Projekts von Lore Schorn übernimmt. Sie gründete das Projekt vor 13 Jahren und tritt in die zweite Reihe zurück. Trotzdem wird sie weiterhin dem Organisations-Team angehören. Die offizielle Übergabe soll zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es die Pandemie erlaubt, im Zuge einer Vollversammlung aller Mentoren stattfinden. Manthei und Schorn arbeiten aber bereits jetzt eng zusammen. Foto: Leon Seyock

Manthei selbst sei erst vor rund 1,5 Jahren in den Ruhestand eingetreten. „Ich habe aber schnell eine Beschäftigung gesucht, bei der ich mich und meine Kräfte sinnvoll einbringen kann“, berichtet der 62-jährige Coesfelder. So sei er auf das Mentoring-Projekt gestoßen, dem er sich nach Gesprächen mit Leiterin Lore Schorn und nach einer Schulung zum Mentor anschloss. „Kurze Zeit später kam dann der Anruf von ihr, ob ich mir neben der Arbeit als Mentor auch die Leitung des Projektes vorstellen könnte“, berichtet er. Besonders wichtig sei es ihr, wirft Lore Schorn ein, „dass das Projekt in gute Hände gelegt und sicher in die Zukunft getragen wird.“ Und da vertraue sie Manthei voll und ganz.

Bereits seit Jahresbeginn, würden sie gemeinsam arbeiten. „Wir sind ein gutes Team und die Zusammenarbeit ist sehr harmonisch“, sagt Schorn. Aktuell würden sich beide die Aufgaben teilen, nach und nach sollen diese aber komplett an Wolfgang Manthei übergeben werden. „Und ich trete in den Hintergrund, in die zweite Reihe zurück“, so der Wunsch von Schorn.

Mit Zuversicht blicken beide in die Zukunft. „Ich freue mich auf meine Aufgabe und werde alles daransetzen, das Projekt erfolgreich zu erhalten“, verspricht Wolfgang Manthei. Das Arbeiten mit den Kindern sei für ihn nicht neu, zum Beispiel habe er in der Vergangenheit Fußballmannschaften trainiert. Zu seinen neuen – ehrenamtlichen – Aufgaben zählen unter anderem, regelmäßig zu Beginn der neuen Schuljahre Mentoren zu akquirieren und mit ihnen sowie mit den Grundschulen und auch Sponsoren in Kontakt zu bleiben. „Auch die eine oder andere Feinjustierung wird mit Sicherheit nötig sein, um sich dem aktuellen Zeitgeschehen anzupassen“, blickt der neue Leiter voraus.

Wichtig sei ihm bei all seinen neuen Aufgaben, dass das Leitungsteam stets zusammenbleibe und sie Entscheidungen gemeinsam fällen können. Neben Schorn, deren Platz nun Manthei einnimmt, besteht das Leitungsteam aus zwei Lehrerinnen, die die Mentoren-Schulungen durchführen. „Unser Ziel ist es, das Projekt erfolgreich in die Zukunft zu führen. Und dabei werde ich natürlich auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagt Lore Schorn und lächelt. Nach Gründung und 13 Jahren Leitung weiß sie besser als niemand anderes, worauf es in dem Projekt ankommt: „Man muss eine gewisse Gabe und Diplomatie mitbringen, um gut mit den Mentoren und den Schulen umzugehen. Und man muss immer ein offenes Ohr haben“, gibt sie Manthei mit auf den Weg. Die offizielle Übergabe des Staffelstabes soll – so die aktuellen Planungen und wenn es die Pandemie zulässt – Anfang 2022 in einer Vollversammlung mit allen Mentoren stattfinden. „Dann werde ich mich auch persönlich vorstellen können“, hofft Manthei. Und Lore Schorn? Langweilig dürfte ihr jedenfalls nicht werden, zum einen, weil sie auch als Leiterin der Evangelischen Gemeindebücherei fungiert. „Und zum anderen werde ich selbst als Mentorin aktiv.“ Das hat sie zwar in der Vergangenheit noch nicht gemacht, „aber ich glaube, das kann ich gut“, sagt sie freundlich lächelnd und freut sich auf die kommende Zeit, die für sie sicherlich eine nicht weniger aktive wird.

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