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Corona-Pandemie rückt Projekt der Stadt in den Hintergrund

Erst 40 von 1000 Ehrenamtskarten verteilt

Coesfeld. Fast ein Jahr ist es her, dass die Stadt für ihre Bürger die goldene Ehrenamtskarte NRW eingeführt hat – als 268. Kommune des Landes und als Ausdruck der Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit. Doch wie so oft im vergangenen Jahr hat auch hier das Coronavirus der umfangreichen Umsetzung bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Leider wird die Ehrenamtskarte in Coesfeld noch nicht so stark nachgefragt wie ursprünglich erhofft. Das liegt sicher auch daran, dass infolge der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen das Vereinsleben weitgehend ruht: Viele Jahreshauptversammlungen, auf denen die Ehrenamtskarte im letzten Jahr vorgestellt werden sollte, waren ausgefallen oder verschoben worden“, berichtet Andrea Zirkel, Pressesprecherin der Stadt auf AZ-Nachfrage. „Weil der direkte Kontakt fehlt, sowohl zu interessierten Nutzern als auch zu Firmen, die die Ehrenamtskarte unterstützen könnten, ist die Ehrenamtskarte noch nicht so bekannt und verbreitet.“

Jessica Demmer

Noch jede Menge Rohlinge der goldenen Ehrenamtskarten NRW hat Manfred Deitmer in seiner Schublade liegen. Knapp ein Jahr nach Start der Aktion in Coesfeld sind erst 40 Karten ausgegeben worden – die Coronapandemie hat dem Projekt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Foto: Archiv

Erst 40 Exemplare sind ausgegeben worden. Wenn man bedenkt, dass die Stadt 1000 Rohlinge in der Schublade liegen hat, ist noch deutlich Luft nach oben. Die meisten Karten seien bislang im Bereich Feuerwehr und Katastrophenschutz ausgeben worden, erläutert Manfred Deitmer, der das Projekt seitens der Stadt koordiniert. „Mit Abstand folgen dann die Bereiche Sport und Jugendarbeit. Die meisten Ehrenamtlichen sind dabei zwischen 21 und 30 Jahren alt, dann folgt die Alterskategorie 46 bis 65 Jahre. Fünf Karten haben Personen unter 20 Jahren bekommen.“ Insgesamt besitzen 24 Männer eine Karte und 16 Frauen.

Mit dieser Anerkennung können die Ehrenamtlichen mehr als 4500 Vergünstigungen in ganz NRW erhalten, auch in Coesfeld. Wer sich seit mindestens zwei Jahren ehrenamtlich engagiert und dabei mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr leistet, der hat Anspruch auf diese Karte. Dabei kann sich die Arbeit auf ein Ehrenamt oder mehrere Ämter beziehen. Dazu muss der Ehrenamtliche einen Antrag ausfüllen und diesen vom Verein, Verband oder von dem Pfarrer unterschreiben lassen. Wichtig sei zudem, dass das Ehrenamt Coesfeldern zugutekomme.

In Zeiten von Corona sind die meisten Anträge bislang schriftlich eingegangen und werden taggleich und unbürokratisch bearbeitet, versichert Manfred Deitmer. „Die Ausgabe ist zeitlich unbefristet, wenn der Vorrat aufgebraucht ist, können Karten von der Stadt jederzeit nachgeordert werden.“

Doch die Stadt ist optimistisch, dass sich noch mehr Ehrenamtliche finden lassen. „Das Thema ist platziert, auch über den Stadtsportring als zusätzlichen Multiplikator. Sobald es wieder zulässig ist, wollen wir die Vereine auch wieder aktiver ansprechen.“ Ebenso Kooperationspartner, die sich bei der Stadt melden können, um auch ihre Vergünstigungen mit der goldenen Ehrenamtskarte NRW zu verknüpfen.

Weitere Infos zum Ablauf, zu den Vergünstigungen und zur Karte selbst sowie die Antragsformulare gibt es online unter | www.coesfeld.de und unter | www.engagiert-in-nrw.de/ehrensachenrw

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