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Losland-Projekt gegen Stimmen der CDU beschlossen

„Es geht um Visionen für unsere Stadt“

Coesfeld

Bereits zehn Ratsmitglieder hatten sich zu dem Thema Losland-Projekt zu Wort gemeldet, als Sami Bouhari (SPD) feststellte: „Unter diesen zehn Leuten war bislang eine Frau und einer mit Migrationshintergrund. Das allein ist doch schon Grund genug, das Projekt zu befürworten und verschiedene Menschen an einen Tisch zu holen.“ Das wird nun im kommenden Jahr passieren – denn der Rat hat bei 17 Gegenstimmen und einer Enthaltung von der CDU mehrheitlich beschlossen, dass Coesfeld an dem Projekt teilnimmt.

Von Leon Seyock

Die Stadt Coesfeld beteiligt sich im kommenden Jahr am Losland-Projekt. Zufällig ausgeloste Coesfelder sollen an einen Tisch gebracht werden, um sich über das Leitbild der Stadt Gedanken zu machen.

Dabei sollen 20 zufällig ausgeloste Coesfelder an einen Tisch geholt werden, um sich auszutauschen und ein Leitbild für die Stadt zu entwickeln. Mit professioneller Moderation sollen so Ideen und Ergebnisse erarbeitet und dem Rat als Empfehlung aus der Bürgerschaft vorgelegt werden.

„Die Vorstellung des Projektes hat uns nicht überzeugt“, ergriff Heiner Kleinschneider (CDU) das Wort. In der Stadt gebe es bereits hunderte Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, „genau das ist gelebte Bürgerbeteiligung, bei der sich jeder einbringen kann“, so der Christdemokrat. In die gleiche Kerbe schlug Thomas Bücking (CDU), der von einem „breiten Portfolio“ für Bürger sprach, um sich einzubringen. Dem widersetzte sich Ralf Nielsen, denn das Losland-Projekt sei nicht vergleichbar mit Einsatz in einem Verein oder mit der Beteiligung an Formaten wie dem Stadtdialog. Auch Robert Böyer (Pro Coesfeld) begrüßte das Projekt: „Ich sehe es als Tür, um auch politisch in Kontakt mit den Bürgern zu kommen und sie für Politik zu begeistern.“ Holger Weiling (CDU) entgegnete, dass er das als Aufgabe eines jeden Ratsmitgliedes und nicht als die eines Projektes sehe. Was passieren würde, wenn die ausgelosten Coesfelder kein Interesse hätten, bei diesem Projekt mitzuarbeiten, fragte sich Gerrit Tranel (CDU). Er vermutete zudem, dass eine „zu hohe Erwartungshaltung“ vom Rat an den Tag gelegt werde und es demotivierend sein kann, wenn die Empfehlungen letztendlich nicht umgesetzt werden sollten.

Das sorgte bei Sarah Albertz (Grüne) für Sorgenfalten: „Ich verstehe die ablehnende Haltung nicht. Wir möchten neue Leute abholen, es geht um Visionen für unsere Stadt und solch ein Angebot gibt es auf dieser Ebene noch nicht.“ Mehrheitlich fiel schließlich das Votum für das Projekt aus.

Start soll laut Sitzungsunterlagen Anfang des nächsten Jahres sein. Ende 2022 sollen dann die ersten Ergebnisse auf den Tisch kommen.

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