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Marimba-Konzert fasziniert und verzaubert das Publikum im Konzert Theater

Farbenreichtum betörend

Coesfeld

Zart wie Schmetterlingsflügel huschen die ersten Schlägel über die Klangstäbe, nach und nach setzen die andern ein und entfalten einen betörenden, melodischen Farbenreichtum. Mit dem Popsong „The Wandering Kind“ beginnt ein Konzert der Extraklasse, das im Konzert Theater für Begeisterungsstürme sorgt.

Von Ursula Hoffmann

Mit sechzehn Schlägeln, die sie auf vier Marimbaphonen tanzen lassen, sorgen v.li.: Christoph Sietzen, Nico Gerstmayer, Bogdan Bacanu und Emiko Ichiyama für begeisternde neue Klangerlebnisse im Konzert Theater. Foto: Foto: ho

Das renommierte „Wave Quartett“ ist zu Gast mit vier Marimbaphonen, eine Kombination, die so einmalig ist. Diese Instrumente entfachen mit ihrem einzigartigen weichen, warmen und vollen Klang einen ganz eignen Zauber, der noch gesteigert wird durch das elegante Spiel mit jeweils vier Schlägeln pro Musiker.

Es ist faszinierend, Christoph Sietzen, Bogdan Bacanu, Nico Gerstmayer und Emiko Uchiyama dabei zu beobachten, mit welcher Präzision sie ihre Schlägel führen, wie leichthändig sie über die Stäbe huschen, wie aufmerksam sie sich mit ständigem Blickkontakt absprechen und wie sich die Art ihres Spiels auf den Gesichtern spiegelt.

In den sanften, leisen Passagen wirken sie fast meditativ in sich versunken, dann wieder ist ihnen die Freude am rhythmischen Vorwärtsstürmen anzusehen. Und alles in perfekt aufeinander eingespielter Harmonie. Große Klasse! Betörend eine Bearbeitung der „Carmen Suite“ von Georges Bizet, für die sie eine Bearbeitung des russischen Komponisten Rodion Schtschedin arrangieren - „sicher die erste für vier Marimbas“, schmunzelt Sietzen, der durchs Programm führt.

Hauchzart stimmt er die „Habanera“ an, im Saal könnte man eine Feder fallen hören, so konzentriert lauscht das Publikum.

Leise treten die vier Musiker in den Dialog, um gleich darauf gemeinsam loszustürmen und die bekannten Melodien der Oper neu erleben zu lassen. Fröhlich tanzen die Schlegel bei Carmens Liebeslied, feurig donnern sie beim Auftritt des Toreros.

Auch ihre Version von Suzanne Vegas Song „Gipsy“ hat etwas Tänzerisches, einfach schön, wie harmonisch die vier sich zusammen finden. Dann vermitteln sie wieder ein ganz anderes Klangerlebnis mit den drei Sätzen von Astor Piazollas „Aconcagua Konzert“. Wehmut, Temperament und Leidenschaft verbinden sich zu melodischen Eskapaden.

Atemlose Behutsamkeit, wie wenn man sich einem scheuen Tier nähert, wird im dritten Satz abgelöst durch springlebendig wirbelnde Schlegel, mit denen die vier im atemberaubenden Tempo und immensem Spaß vor ihren Marimbas tanzen.

Auch im letzten Stück des israelischen Komponisten Avner Dorman, „Udakrep Akubrad“, begeistern schwungvolle Wirbel, diesmal wunderbar ergänzt durch verschiedene Schlaginstrumente, die stimmige Akzente setzen.

Ein fulminanter Schlusspunkt, der ein wahres Rhythmusfeuerwerk entfacht, bei dem sich Spiellust und Energie fast überschlagen und das einfach Spaß macht.

Und in der Zugaben steigern sie noch einmal ihr Tempo – Wahnsinn!

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