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Fahrradweg an der L 581 zwischen Hochmoor und Coesfeld offiziell freigegeben

Flotter pendeln „mit sicherem Gefühl“

Coesfeld

Die „Sternfahrt“ ließ sie sich nicht nehmen. Und so kam Coesfelds Bürgermeisterin Eliza Diekmann am Dienstagmittag schon mit ihrem Lasten-E-Bike von Coesfeld zum Ortstermin an der Steveder Kirche geradelt. Dort haben die Funktionsträger der beteiligten Kommunen und Kreise die rund sechs Kilometer lange Verbindung zwischen Coesfeld und Hochmoor nun offiziell freigegeben. „Passend zum Beginn des Sommers, und die Sonne lacht“, stellte auch Manfred Ransmann, Regionalniederlassungsleiter Straßen.NRW Münsterland, strahlend fest.

Von Florian Schütte

Die schnelle Radwegverbindung zwischen Coesfeld und Gescher-Hochmoor haben sie direkt mal unter die Räder genommen: (v.l.) Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Hubert Grothues (Baudirektor beim Kreis Borken), Manfred Ransmann (Regionalniederlassungsleiter Straßen.NRW Münsterland), sowie Coesfelds Bürgermeisterin Eliza Diekmann, die hier Kerstin Uphues, Erste Beigeordnete der Stadt Gescher, kutschiert. Foto: Foto: fs

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, der sich noch an die anfänglichen Planungen eines Radschnellwegs aus seiner Zeit als Velener Bürgermeister erinnerte, sprach von einem „tollen Lückenschluss, der beide Kreise verbindet“. Auch Hubert Grothues, Baudirektor beim Kreis Borken, hatte als „bekennender Radfahrer“, sein Klapp-Fahrrad mitgebracht.

Doch die neue Radwegeverbindung soll nicht vornehmlich dem touristischen Zweck dienen, „sondern eine Alternative zum Straßennetz darstellen und ein hohes Potenzial für Pendler liefern“, erläuterte Ransmann. Eliza Diekmann bestätigte dies: „Wir wissen, dass hier ganz viele Menschen zur Arbeit fahren, und nun sind sie mit einem hohen Sicherheitsgefühl unterwegs.“ Denn zwischen Radweg und Fahrbahnrand wird noch ein Grünstreifen angelegt. „Die Autofahrer müssen etwas zurückstecken“, sagte Diekmann mit Blick auf die geschmälerte Fahrbahnbreite, „aber so ist ein gutes Miteinander möglich“.

In Zeiten der Verkehrswende sei es wichtig, „dem Radfahrer mehr Platz zu geben, besonders bei den aktuellen Spritpreisen“, meinte die Velener Bürgermeisterin Dagmar Jeske. Das Radfahren sei zudem „eine Stellschraube, etwas für den Klimaschutz und die eigene Gesundheit zu tun – und es macht auch noch Spaß“, fügte Kerstin Uphues, Erste Beigeordnete der Stadt Gescher, hinzu, die sogleich einmal ausprobierte, wie es sich anfühlt, als Mitfahrerin vorne in Eliza Diekmanns Lasten-E-Bike Platz zu nehmen.

Eine Überraschung ist es angesichts des Fachkräftemangels und steigender Rohstoffpreise derweil, dass die Maßnahme, die in zwei Bauabschnitten seit Oktober 2021 erfolgte, nicht nur völlig im Zeitplan blieb, sondern auch „ohne Mehrkosten“, auskam, wie Bruno Tenhumberg von der Bauüberwachung bei Straßen.NRW betonte. Insgesamt 4,2 Millionen Euro hat sich das Land NRW den Lückenschluss kosten lassen, durch den Radfahrer nun von Velen direkt durchfahren können bis Coesfeld. Verantwortlich für die bauliche Umsetzung des Projekts zeichnete die Firma Gieseke, der die Verwaltungschefs für den reibungslosen Ablauf ihren Dank aussprachen. Tenhumberg wies zudem auf die barrierefreie Umgestaltung von acht Bushaltestellen hin, an denen man „von jeder Stelle in den ÖPNV einsteigen kann“ – in Verbindung mit dem aktuellen Neun-Euro-Ticket ein zusätzlicher Anreiz für eine Fahrradtour.

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