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Fundament könnte darauf hinweisen – Berkelprojekt / Alte Tür des Abrisshauses kommt nach Holtwick

Früher war hier eine Mühle

Coesfeld. Ein altes Fundament beim Abrisshaus Süringstraße / Ecke Poststraße könnte von einer Ölmühle aus dem Jahr 1195 stammen, die dort früher zur Berkel hin stand. Eine Zufallsentdeckung, wie Larissa Bomkamp von der Stadt Coesfeld sagt. „Wir haben im Zuge des Berkelprojekts alte Postkarten von der Mühle gefunden. Das Fundament sieht genauso aus wie das auf der Karte.“

Viola ter Horst

Ein altes Foto von der Mühle an der Süringstraße/Poststraße. Sie lag an dem Wohnhaus, das jetzt abgerissen wird. Foto: Stadtarchiv Coesfeld

Näheres soll nun bei den Abrissarbeiten zum Vorschein kommen. Die Stadt würde das Fundament in ihr Projekt, die Berkel erlebbarer machen, einbeziehen.

„Wir sind gerne behilflich“, sagt Bauunternehmer Jörg Roling von der Münsterländischen Bauen und Wohnen GmbH, die an der Stelle das Wohnhaus „Berkelresidenz“ realisiert. Zuletzt war in dem stattlichen Haus, das alten Fotos zufolge im Krieg relativ wenig Schäden abbekommen hat, ein Antikmöbel-Geschäft. Renoviert wurde an dem „Schätzchen“ lange nichts mehr.

„Wir gehen davon aus, dass bis Ende nächster Woche die Abrissarbeiten abgeschlossen sind“, sagt Bauunternehmer Roling. „Ganz vorsichtig“ soll an der Seite zur Berkel hin gebaggert werden, dort, wo sich das alte Sandsteinfundament befindet.

Eine Begehung mit dem Fachdenkmalamt aus Münster habe ergeben, dass kein Denkmalwert bestehe, so Stadt-Sprecherin Dorothee Heitz. „Sollten sich beim Abbruch neue Erkenntnisse ergeben und weitere Teile des Fundaments sichtbar werden, so soll der Landschaftsverband LWL erneut einbezogen werden.“ Gegebenenfalls habe der LWL Interesse an der Kartierung der Fundamentreste. Außer den von der Berkel aus sichtbaren Sandsteinquadern gebe es keine weiteren Hinweise auf die Mühle.

„Es soll zur Berkel hin ja sowieso ein öffentlicher Zugang geschaffen werden“, sagt Roling. Ein Pättchen, das an der künftigen „Berkelresidenz“ entlangführt und von jedem genutzt werden kann, nicht nur von den Bewohnern. Eine Entscheidung, ob mit einem Erhalt des Fundaments auf die alte Mühle bei einem Berkel-Spaziergang aufmerksam gemacht werden soll, will die Stadt treffen, sobald alles freiliegt.

Laut Stadtarchivar Norbert Damberg gab es früher zwei Mühlen im Innenstadtbereich: am Walkenbrückentor und an der Süringstraße. „An der Süringstraße wurde aus ölhaltigen Früchten oder zum Beispiel aus Raps Öl gemahlen.“

Weitere Berichte in der Printausgabe der AZ von Donnerstag (16.7.)

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