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Erstes digitales Treffen von „CoeBusiness“

Für künftige Pandemien wappnen

Coesfeld. Ein erster Aufschlag sollte es sein, um gemeinsam die städtische Wirtschaftsförderung in den Blick zu nehmen und diese auch in Zukunft voranzutreiben. Rund 30 ortsansässige Unternehmen und Privatpersonen folgten der Einladung der Verwaltung zu dem einstündigen Treffen „CoeBusiness“. Auch wenn dieses erste Treffen vorrangig zum gegenseitigen Kennenlernen und Austauschen von Themen genutzt wurde, entstanden bereits Ideen, wie die Wirtschaft und auch die Innenstadt nach dem vorherrschenden Thema Corona schnell und effektiv gefördert werden kann.

Leon Seyock

Rund 30 Coesfelder Unternehmen und Privatpersonen wohnten der digitalen Veranstaltung „CoeBusiness“ bei, zu der Bürgermeisterin Eliza Diekmann (oben links) eingeladen hatte. Bei einem ersten Treffen sollten Unternehmen zusammengebracht werden, um gemeinsam die Wirtschaftförderung in den Blick zu nehmen. Foto: az

Die anhaltende Pandemie prägte die digitale Zusammenkunft. „Am 2. Mai ist die Gastronomie sechs Monate am Stück geschlossen“, verdeutlichte Mattias Rulle, Inhaber des Brauhauses Stephanus. Nicht nur privatwirtschaftlich, „besonders auch für unsere Azubis waren die vergangenen Monate ein verlorenes Jahr.“ Verena Thies, Geschäftsführerin des Textilmaschinen-Unternehmens Thies, schloss sich dem an und plädierte an die Verwaltung und an den Kreis, auch die Berufsschulen in den Fokus zu rücken. Bürgermeisterin Diekmann hakte ein und brachte den Gedanken ein, in der Innenstadt „einen Pop-up-Store bis zum Schulabschluss“ für Schüler einrichten zu wollen. Von digitalen Angeboten seien junge Menschen müde. „Wir brauchen trotz der Pandemie analoge Angebote“, so Diekmann. In dem Store sollen Mitarbeiter der Arbeitsagentur zur Verfügung stehen, um vor Ort Schülern bei der Gestaltung ihres weiteren Lebensweges unter die Arme zu greifen.

Daneben ging die Bürgermeisterin auch auf das Projekt Modellkommune ein, dessen Umsetzung sich momentan „wie ein Krimi“ gestalte. Sie betonte, dass es sich bei den Planungen nicht um flächendeckende Öffnungen handele, sondern um kleine, in sich geschlossene Projekte, etwa die Wiederaufnahme des Betriebes auf der Freilichtbühne oder die Öffnung des Freibades. Lockerungen in Vereinen und Gastronomie seien in weiter Ferne. „Es ist etwas ernüchternd, wo wir gerade stehen“, so Diekmann.

Auch wenn die Corona-Pandemie aktuell in vollem Gange ist, waren sich die Beteiligten einig, dass bereits jetzt der Blick auf die Zeit danach gelenkt werden muss. „Dazu brauchen wir einen zertifizierten Hygiene-Standard“, warf Helmut Schumacher von den Hupfer Metallwerken ein. Nach der Pandemie sei vor der Pandemie. „Wenn wir uns jetzt nicht auf den Weg machen und aus der Situation lernen, werden wir in der Zukunft nicht vorbereitet sein.“ Es wurde eine Arbeitsgemeinschaft zu diesem Thema angeregt, der sich direkt weitere Unternehmen anschlossen. Florian Klostermann pochte darauf, branchenübergreifend Überlegungen anzustellen und auch Matthias Rulle stand dem Arbeitskreis offen gegenüber: „Wir müssen für die Zukunft gut aufgestellt sein. Es muss heißen: ,Die in Coesfeld bekommen das hin.’“.

Weitere Themen wie die Entwicklung von Gewerbeflächen, die Nutzung von Wasserstoff, Steigerung der Attraktivität der Innenstadt oder die Fachkräftegewinnung wurden kurz angerissen, sollen künftig aber bei weiteren Treffen ausführlich erörtert werden.

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