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Natz-Thier-Haus und Bahnhof rücken beim Stadt-Dialog in den Blick

Gemeinsam auf dem Weg zum Kulturraum

Coesfeld

Nachdem zum letzten Stadt-Dialog im Juli so gut wie kein Bürger ins Rathaus gekommen ist und Bürgermeisterin Eliza Diekmann aus ihrem Frust keinen Hehl gemacht hat, tritt sie dieses Mal im Schlosspark die Flucht nach vorn an. „Wenn wir nun also offenbar eher in kleinen Runden zusammen kommen, können wir es uns ja richtig gemütlich machen“, scherzt sie und verteilt kühles alkoholfreies Bier, das bei 30 Grad gern genommen wird.

Von Ulrike Deusch

Kulturschaffende und -interessierte entwickeln beim Stadt-Dialog im Schlosspark Ideen, wie das Natz-Thier-Haus und der Bahnhof bespielt werden könnten. Foto: Foto: ude

Dann verläuft der Abend aber doch noch ganz anders: 20 bis 25 Interessierte trudeln ein, um sich über das Thema Kunst und Kultur in der Stadt auszutauschen – die meisten von ihnen seit vielen Jahren in diesem Bereich engagiert. „Vor genau einem Jahr haben wir uns an dieser Stelle schon einmal zum gleichen Thema getroffen und auch damals stand der Berkel-Sommer direkt bevor“, zieht Diekmann Parallelen. Damals sei deutlich geworden, dass es eine große Kulturszene in der Stadt gebe, sich aber gerade die freie Szene einen festen Ort – ein Haus – für ihre Aktivitäten wünsche. Nun gebe es gleich doppelt gute Aussichten, erläutert Diekmann und nennt neben dem Natz-Thier-Haus auch den noch unverplanten städtischen Raum im neuen Bahnhofsgebäude. Für beide sollten in allernächster Zeit Konzepte entwickelt werden – unter Beteiligung der Stadtgesellschaft.

Wie die künftige Bespielung des Natz-Thier-Hauses aussehen könnte, beschreibt Margaretha Fleige, die zusammen mit Volker Bredol und in Kooperation mit dem Team von „Fair Gehandelt“ und Beckys Café ab heute Räume als Ausstellungsfläche nutzt. „Wir sind eine kleine Gruppe kulturell Interessierter und möchten weitere Mitstreiter finden, um das Natz-Thier-Haus zu einem Forum zu machen, auf dem sich Kulturschaffende treffen, vernetzen und präsentieren können“, betont sie. Neben bildender Kunst sollen Musik, Literatur, Theater und anderes in kleinen Präsentationsformaten möglich werden – und Kulturschaffende sollen sich begegnen und austauschen.

Ähnliches ist auch für den Bahnhof vorstellbar, der zusätzlich die Möglichkeit bietet, den Vorplatz einzubeziehen. Kultur an dieser Stelle sei auch eine gute Möglichkeit, den Bahnhof als Ort in der Stadt weiter aufzuwerten, so Diekmann. Autor Georg Veit spricht mit Bezug auf beide Immobilien von „Ermutigungs- und Ermöglichungsort“, an dem man auch arbeiten und ausprobieren können soll.

Dass in der Stadt große Hallen als Ateliers für Künstler wünschenswert wären, betonen die Künstler Bernd Brüning und Burkhard Hoppe. „Es wäre toll, wenn man gemeinsam an unterschiedlichen Projekten oder gemeinsam an einem Projekt arbeiten und sich austauschen könnte“, so Hoppe. Auch darüber mache man sich im Rathaus Gedanken, versichert die Bürgermeisterin.

Sie und Michael Banneyer, Sprecher des Arbeitskreises Kultur im Stadtmarketing Verein, appellieren an alle, sich in die kommenden Workshops einzubringen. „Ich glaube, wir sind jetzt in Coesfeld so weit, dass wir so einen Raum für Kunst und Kultur realisieren können“, so Banneyer.

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