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DJK Coesfeld zieht positive Bilanz des Shuttle-Service zum Impfzentrum

Großer Dank für 269 „Spritz“-Touren

Coesfeld

Die nackten Zahlen sprechen schon für sich: In rund vier Monaten vom 8. Februar bis zum 31. Mai haben über 40 Fahrerinnen und Fahrer mit Bullis von sieben Institutionen bei 269 Fahrten zum Impfzentrum in Dülmen und zurück gut 4000 Kilometer abgerissen. Was jedoch das Zahlenwerk noch überstrahlt, ist die große Dankbarkeit der Menschen, die auf diesen Service angewiesen waren. „Und diese ,Spritz’-Touren haben auch Spaß gemacht“, sagte Sabine Wagner beim abschließenden Online-Meeting, zu dem der Verein DJK Eintracht Coesfeld eingeladen hatte. „Es war auch ein schönes Gefühl, etwas dazu beitragen zu können, dass es anderen besser geht“, resümierte die Fahrerin.

Von Florian Schütte

Martin Stricker hatte nicht nur die Idee des Impfshuttles an die DJK Eintracht Coesfeld herangetragen. Der „Fahrerkönig“ sprang auch selbst allein 19 Mal ein und erfuhr wie alle anderen viel Dankbarkeit. Foto: Foto: Archiv

Michael Laukamp lobte die „starke Leistung“ des Fahrerteams. „Die besondere Herausforderung war es, die ganzen Termine zu koordinieren, die sich oft am selben Tag noch änderten“, betonte der Vereinsvorstand. Davon kann vor allem Rike Rösner ein Liedchen singen. Die junge Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) hat sich federführend dieser Aufgabe angenommen. „Das war eine super Erfahrung! Wir haben auch immer einen Fahrer gefunden und mussten nie jemanden abweisen“, freute sich die FSJ-lerin über den hohen ehrenamtlichen Einsatz.

Als „Fahrerkönig“ hob Laukamp besonders Martin Stricker hervor, der das Projekt nicht nur initiiert hatte, in dem er auf die DJK zuging, sondern sich auch um die Ausstattung der Fahrzeuge mit Sprit und Masken kümmerte und selbst allein 19 Mal einsprang. „Ich hatte viele Leute mit Rollatoren und auch mit Seh- oder Hörbehinderungen dabei, die alle so dankbar waren, dass ich sie gefahren habe“, berichtete Stricker. Besonders froh seien die Fahrgäste gewesen, dass sie auch im Impfzentrum nicht alleine gelassen wurden.

Zwei bis drei Stunden ehrenamtliche Arbeit haben die Fahrer pro Fahrt investiert. Margret Schemmer kann sich an eine Fahrt besonders gut erinnern: „Da sagte eine ältere Dame: Du bist wie eine Mutter zu mir.“ Viele Fahrgäste seien auch froh, mal wieder mit jemandem über Gott und die Welt sprechen zu können.

Erwin Borgelt lobte zudem die reibungslosen Abläufe im Impfzentrum. Hans-Jürgen Dittrich merkte jedoch auch an, dass es für einige Senioren besser gewesen wäre, hätte man sie zu Hause geimpft, da der Transport für die Betroffenen mit großen Strapazen verbunden gewesen sei.

Großen Dank sprachen alle auch für das Stellen der Fahrzeuge aus – durch die DJK Coesfeld, die SG Coesfeld 06, die katholische Kirchengemeinde Lette, die DLRG-Ortsgruppe Lette, das Tanz-Centrum sowie durch die Firmen Tönnemann und Rietmann & Leifkes. Auch für die Unterstützung durch die Tankstellen von Bronk und Uckelmann in Lette sowie durch die Bürgerstiftung, die die Spritkosten in Höhe von 1124 Euro übernahm, waren die Fahrer dankbar.

Nun werde der Shuttle-Service eingestellt, da er mittlerweile kaum noch angefragt würde, so Laukamp. Dieter Bleyer fragte in der Online-Konferenz an, was mit dem Trinkgeld nun geschehen solle. Mehrere Hundert Euro waren zusammengekommen. Martin Stricker regte an, das Geld an den Weißen Ring im Kreis Coesfeld zu spenden, der sich für Opfer von Kriminalität einsetzt. Einstimmiger Konsens. „So fließt das Geld vor allem zu den Altersgruppen zurück, von denen es gekommen ist“, sagte Michael Laukamp. „Das ist eine runde Sache und so schließt sich der Kreis.“

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