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Spiele der Fußball-Europameisterschaft in kleiner Gesellschaft verfolgen

„Gucken und genießen ja – feiern nein“

Coesfeld

Wer das EM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft heute Abend gegen die benachbarten Franzosen im Biergarten des Brauhauses Stephanus gucken möchte, muss sich beeilen: „Ein paar Plätze haben wir für das Spiel noch frei“, sagt Inhaber Matthias Rulle mit Blick auf die Reservierungsliste. Dort sowie im Café Central und der Kaffeemühle – wo in den vergangenen Jahren zu den Welt- und Europameisterschaften regelmäßig Partys stiegen – sollen Fußballfans nicht ganz auf das Schauen ihres Lieblingssports verzichten müssen. Wegen der Pandemie und der Einschränkungen sieht das in diesem Jahr aber anders aus.

Von Leon Seyock

Regelmäßig zu den Welt- und Europameisterschaften wimmelt es auf der Bernhard-von-Galen-Straße von feiernden Deutschland-Fans. In diesem Jahr können die Partien nur in kleiner Gesellschaft verfolgt werden, die Gastronomie bietet dazu die Möglichkeit. Heute Abend ist Anpfiff für das erste Deutschland-Spiel. Foto: Foto: Archiv

So wird es bei dieser Europameisterschaft keine Fan-Meile mit euphorischen Fans und jeder Menge Stimmung auf der Bernhard-von-Galen-Straße geben. „Gucken und genießen ja – feiern nein“, bringt es Richard Aupers vom Café Central treffend auf den Punkt. Soll heißen: Die Fußballspiele können dort drinnen und draußen verfolgt werden, „das geht aber nur, wenn man an einem fest zugewiesenen Platz sitzt. Diese Gäste kommen dann in den Genuss, bei einem frischen Bier die Fußballspiele schauen zu können“, betont Aupers. Drinnen hängen dazu fünf große TV-Geräte, draußen vier. Da die Theke noch nicht wieder geöffnet sei, kämen die Besucher auch nicht in die Versuchung, mit einem Getränk in der Hand etwa zwischen den Tischen zum Fußballgucken stehenzubleiben. „Wir müssen uns weiterhin an die Abstandsregeln halten und haben deswegen unser Angebot auf ein Minimum reduzieren müssen“, macht Aupers deutlich. Dazu gehöre auch, dass bereits zu Beginn der Wiederaufnahme von der Außengastronomie einige Tische entfernt werden mussten – auch die Europameisterschaft biete da keine Ausnahme. Wer in kleiner Runde die Partien verfolgen möchte, sollte sich vorher nach einem freien Tisch erkundigen und reservieren.

Gleiches gilt auch für die Kaffeemühle, „wir haben unseren Biergarten erweitert und können einige Leute mehr unterbringen“, sagt Inhaber Wolfgang Flüchter. Aber auch er bekräftigt, dass die Abstandsregelung eingehalten werden muss, „wir müssen es streng unterbinden, dass Leute zwischen den Tischen stehen.“

Die EM-Spiele werden auch auf einer Leinwand im Biergarten des Brauhauses übertragen. Aber auch dort gilt: nur mit fest zugeteiltem Sitzplatz. Noch bis Ende Juni, berichtet Rulle, könnten auch im Biergarten Tische reserviert werden, egal ob ein Spiel stattfindet oder nicht. „Wir zeigen bei uns alle Fußballspiele, wir sind ja weltoffen“, lacht der Inhaber des Brauhauses.

Zum Rudelgucken kamen in der Vergangenheit insbesondere die Letteraner am DJK-Sportplatz zusammen. Eine Alternative dazu wird es nicht geben, sagt Jürgen Sicking, Vorsitzender des DJK Vorwärts Lette. Die Vorbereitungen seien in jedem Jahr mit großem Aufwand verbunden, „das war in der kurzen Zeit nicht zu stemmen“. Zudem wolle der Verein kein Risiko eingehen, „und nur für einen kleinen Kreis wollen wir das nicht anbieten“, so Sicking.

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