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Schulpflegschaft fordert rechtzeitige Maßnahmen für Präsenz-Unterricht nach den Sommerferien

Heriburg setzt sich für Luftfilter ein

COESFELD

Zum Schutz der Schülerschaft vor der aktuellen Delta-Mutation des Coronavirus verlangt die Schulpflegschaft des Heriburg-Gymnasiums entschlossenes Handeln von Politik in Stadt, Kreis, Land und Bund. „Wir fordern, rechtzeitig zum Schuljahresbeginn den Infektionsschutz mehrgleisig sicherzustellen und unter anderem ein Sofortprogramm für die Ausstattung von Schulen mit Luftfiltern proaktiv auf den Weg zu bringen“, schreibt Daniel Zazopoulos laut Pressemitteilung in einem „Offenen Brief“ an die politisch Verantwortlichen. Der Vorsitzende der Schulpflegschaft des städtischen Gymnasiums meint es ernst: Er erwartet eine Antwort bis zum 31. Juli 2021.

Ruhig ist es seit gestern im Heriburg-Gymnasium. Die Schulpflegschaft fordert in einem Offenen Brief an Politiker auf allen Ebenen, für Präsenzunterricht nach den Ferien rechtzeitig Luftfilter zu installieren. Foto: Foto: Archiv

Wohl alle Schüler, Lehrer, Eltern und weitere Mitglieder der Schulgemeinschaften wünschen sich den gewohnten Unterricht in Präsenz zurück, so Zazopoulos in seinem Schreiben. Eine Vielzahl an pädagogischen, sozialen und auch praktischen Gründen spreche dafür. Daher werde es begrüßt, dass der Schulstart im August in Präsenz stattfinden soll. Allerdings stelle sich vielen Eltern die Frage, ob die bisher in den Medien publizierten Voraussetzungen für einen sicheren Präsenz-unterricht ausreichen. Zazopoulos: „Es sind besorgte Eltern an mich herangetreten, die eine Prüfung fordern, ob zum Beispiel Luftfilter nicht doch ein weiterer sinnvoller Ansatz sind, um nach den Ferien das Risiko einer weiteren Welle zu minimieren.“ Dabei dächten sie vor allem an die sich ausbreitende Delta-Mutation, die eine Gefahr für ungeimpfte Kinder und Jugendliche berge. Bereits jetzt seien Reisewarnungen für zwei europäische Länder ausgesprochen worden. Ferner hätten Länder mit sehr hoher Impfquote das Tragen von Mundschutzmasken auch für Geimpfte und Gesundete in geschlossenen Räumen wieder verpflichtend eingeführt.

Der Schulpflegschaftsvorsitzende sieht in Luftfiltern einen wirksamen Schutz. „Warum sonst“, so fragt er, „sind zum Beispiel rund vier Dutzend dieser Geräte im NRW-Landtag installiert worden?“ Nicht jeder Raum müsse für Luftfilter geeignet sein, jedoch sollte jede Schule dies fachlich prüfen lassen. Die Bereitstellung von Landesmitteln für die Schulträger sei unerlässlich. Die geforderten Maßnahmen benötigten einen organisatorischen Vorlauf, der jetzt angegangen werden müsse.

Der Schulpflegschaftsvorsitzende kritisiert, dass das Schulministerium erst im Herbst bei „dramatischen“ Entwicklungen handeln wolle, unabhängig von Inzidenzzahlen. Damit werde der Beliebigkeit freier Lauf gelassen. Dass das Schulministerium bereits heute die Aufgabe von Masken- und Testpflicht in Aussicht stellt beziehungsweise für die Einschulungsfeiern bereits ausgesetzt habe, „ist grob fahrlässig, in Kenntnis der RKI-Empfehlungen vorsätzlich“, so Zazopoulos.

Der Vorsitzende betont nicht nur im Namen seiner Schule, dass sich alle einen „normalen“ Schulbetrieb wünschen. Allerdings sei niemandem geholfen, die Augen vor potentiellen Risiken zu verschließen, die womöglich noch sehr lange sehr herausfordernd sein würden. „Das bedeutet, für verschiedene Szenarien angepasste Konzepte vorzubereiten und über diese zu informieren.“

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