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Impfmobil des Kreises Coesfeld macht Station an der ehemaligen Martin-Luther-Schule

Im Musikraum gibt’s den ersten Piks

Coesfeld

Der Zugang ist etwas versteckt. Zwischen dem Eingang zum Kindergarten am Köbbinghof und der ehemaligen Martin-Luther-Schule taucht der silberne Bulli mit der Aufschrift „Impfmobil“ dann auf. Miriam Steckel tritt an diesem Dienstagmorgen durch die Pforte zum Schulhof. Vor dem Eingang zum Gebäude hat sich eine kleine Schlange gebildet. Die junge Frau ist froh über das unkomplizierte Angebot vor Ort. „Ich habe erst vor Kurzem entbunden und jetzt ist mein Hausarzt im Urlaub“, erklärt sie, warum sie bislang nicht zum Zuge gekommen sei.

Von Florian Schütte

Am Eingang des ehemaligen Schulgebäudes checkt Janine Kablau vom DRK die mitgebrachten Dokumente. Foto:

Den Impfstoff hat sie gewählt: Biontech soll es sein. „Astrazeneca wird ja für Frauen unter 60 eher nicht empfohlen“, weiß die 37-Jährige. Vor dem Zutritt checkt Janine Kablau vom DRK die mitgebrachten Dokumente und fragt die Impfwilligen, ob es die erste oder zweite Impfung ist und welchen Impfstoff sie bekommen möchten. „Dann brauchen Sie nur noch die Impfbescheinigung“, sagt Kablau nach Durchsicht der Impfmappe. „Die gebe ich Ihnen eben“, fügt sie hinzu und reicht Miriam Steckel das fehlende Dokument. Weiter geht’s zur Anmeldung im Gebäude. Hier folgen die üblichen Fragen nach chronischen Erkrankungen, Allergien und Verträglichkeit früherer Impfungen. Nun stößt auch Miriam Steckels Sohn hinzu. Auch er will das Angebot des Impfzentrums des Kreises Coesfeld wahrnehmen.

Die beiden dürfen nun ohne Wartezeit direkt weiter in die Impfstraße. Im Musikraum folgt sowohl das Aufklärungsgespräch als auch die Impfung. „Rechts oder Linkshänderin?“, fragt Nicole Gövert. „Rechts“, antwortet Miriam Steckel. „Dann nehmen wir den linken Arm“, sagt die Medizinische Fachangestellte. Ärmel hochgekrempelt, nun locker lassen, ein kurzer Piks und das war’s. „Das war doch wunderbar auszuhalten“, freut sich Miriam Steckel. Auch ihr Sohn ist nun fertig, sodass beide jetzt im Wartebereich 15 Minuten Platz nehmen dürfen.

Um die 50 Personen haben sich in den ersten beiden Stunden impfen lassen. „Die meisten mit Biontech, zweite Wahl ist dann direkt Johnson & Johnson“, weiß Kai Wermelt. Astrazeneca sei hingegen kaum gefragt. Doch der Leiter des Impfzentrums in Dülmen hätte noch etwas mehr Impfwillige erwartet. „In Lüdinghausen hatten wir 220 und in Billerbeck 170, aber da waren wir jeweils nachmittags“, vermutet Wermelt bei einigen berufliche Gründe. Überrascht ist er über zwei Drittel Erstimpfungen. Die Beweggründe seien nach einigen Rücksprachen mit den Impflingen unterschiedlich. Manche wollten erst abwarten und sich schlau machen. „Andere sagen, dass sie sich lieber jetzt wegen der Delta-Variante impfen lassen, bevor sie sich später den Impfstoff vielleicht nicht mehr aussuchen können“, nennt Wermelt einen anderen Grund. „Wir sind jedenfalls froh über alle, die sich impfen lassen und die Resonanz ist gut“, berichtet Wermelt von 1300 Impfungen im Kreisgebiet in den vergangenen neun Tagen – nur über das mobile Impfen. „Wenn wir die Leute so erreichen, indem wir durch den Kreis fahren, machen wir das“, fügt der Leiter des Impfzentrums hinzu. Sogar eine Arabisch sprechende Dolmetscherin ist im Einsatz.

Derweil geht es Miriam Steckel und ihrem Sohn im Wartebereich auch weiterhin gut. Die 15 Minuten sind bald um, dann dürfen die beiden wieder gehen. Auf ein Wiedersehen in vier Wochen zum zweiten Impftermin. 7 Die nächste Gelegenheit zur Impfung in Coesfeld gibt es am Samstag (24. 7.). Dann steht das Impfmobil von 16 bis 19 Uhr am Brauhaus.

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