1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. „Internationales Flair“ auf die Berkelbühne gezaubert

  8. >

Jam Session „Jazz trifft Saz“ im Schlosspark

„Internationales Flair“ auf die Berkelbühne gezaubert

Coesfeld

So fühlte sich der Sommer wirklich gut an. Tolles, warmes Wetter, grüne Natur, eine friedlich plätschernde Berkel und ein bunter Strauß von sehr unterschiedlicher Musik zogen zahlreiche Besucher an. „Jaz trifft Saz“ nannte sich das Samstagsprogramm des Berkelsommers auf der Berkelbühne an diesem idyllischen Ort. Brigitte Jäger-Eggenhofer würzte dieses Event nicht nur als Sängerin mit ihrer Stimme, sondern moderierte das zweistündige Programm.

Von Elvira Meisel-Kemper

Patou Madiata (Gitarre) spielte mit seiner Band Lieder, die sich um den Frieden in der Welt drehten und wurde von Norbert Lütkenhaus am Akkordeon begleitet. Foto: Foto: emk

„Nach fast jedem Song starten wir das Experiment, durch Improvisationen internationales Flair auf die Bühne zu zaubern“, ergänzte Jäger-Eggenhofer. Und das gelang ihr mit den zahlreichen sehr unterschiedlichen Musikern, die sie und Norbert Lütkenhaus (Flüchtlingsinitiative Coesfeld) dazu eingeladen hatten.

„Ich mache ja auch ein bisschen Musik. Da konnte ich einige Leute ansprechen. Über die WhatsApp-Gruppe hatten wir schnell Musiker zusammengetrommelt. Ein Open-Air-Event hatten wir noch nicht. Ich freue mich aber, dass im Publikum ebenso viele Geflüchtete sitzen“, markierte Lütkenhaus seine Freude über das gelungene Angebot.

Da merkt man erst mal, wie bunt Coesfeld wirklich ist. Patou Madiata hatte ein paar Musiker zu einer Band formiert. Er sang und spielte mit ihnen Songs, die sich um den Frieden in der Welt drehten. „Es ist so viel passiert“, lautete der Titel eines Songs, den er auf Deutsch sang und den die Band mit einer Mischung aus Jazz und afrikanischem Percussion-Feuer unterstrich. Lütkenhaus (Akkordeon) und Klaus Borgert (Saxophon) unterstützten die Band instrumental.

Silke Eckrodt und Brigitte Jäger-Eggenhofer griffen mit ihren Songs, unterstützt wieder durch Borgert und durch Markus Eckrodt (Piano), in die Kiste der Klassiker der europäischen Musical-Szene.

Berührend war der Beitrag von Moard Aras. Er flüchtete als Kurde 2015 aus Syrien nach Deutschland. Sein Plädoyer für die Not der Kurden bewegte viele Besucher: „Wir sind 50 Millionen Kurden. Wir haben keine Heimat mehr. Wir leben in vier Ländern, die von Diktatoren regiert werden. Wir haben keine Rechte dort, unsere Sprache und unsere Kultur zu pflegen. Wir sind Ausländer dort.“ Auf der Saz, dem traditionellen Saiteninstrument seiner Heimat, sang und spielte er kurdische Songs, die er seiner Mutter und seiner Seele gewidmet hatte.

Besucherin Margaretha Fleige aus Coesfeld zeigte sich berührt von diesem Angebot: „Ich finde das Programm sehr abwechslungsreich, auch wenn manches gewöhnungsbedürftig ist. Ich habe schon öfter Jam Sessions besucht, das hier ist ganz anders.“

Startseite