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Festival im Konzert Theater begeistert mit spannendem Crossover

Irish-Folk rockig angerichtet

CoesfEld

„Come as a visitor – leave as a friend“ (Komme als Besucher – verlasse uns als Freund) stand als Motto über dem Irish Folk Festival 21, das erstmals im Konzert Theater in Coesfeld stattfand. Dass viele Besucher bereits als Freunde kamen, war deutlich spürbar, denn der Funke der Begeisterung verband sehr schnell die Musiker auf der Bühne und das Publikum davor. Da störte es auch wenig, dass die angekündigten Musiker nicht auftraten. Dafür hatten andere den Weg nach Coesfeld gefunden. Humorvoll eröffnete der Singer-Songwriter Saoirse Mhór den Abend, einer der wenigen „waschechten“ Iren an diesem Abend. Allerdings ließ er Stefan Decker (Tin Whistle/Flute) und Steve Crawford Gesang (Gitarre) den Vortritt, bevor Mhór mit seiner Band „Síolta“ (gälisch: Die Saat) auftrat.

Von Elvira Meisel-Kemper

Die Nachwuchsgruppe Larún hatte an dem Abend wohl den besten Draht zum Publikum. Foto: Foto: emk

Schon da merkte das Publikum, dass sie nicht „die“ klassische Irish-Folk-Musik hören würden. Die Tin Whistle gehört zum Standardinstrument dieser Musikrichtung, die Gitarre weniger. Ein Musiker mit dem klassischen Knopf-Akkordeon gab es nicht bei allen drei Formationen, dafür die Geige (Fiddle).

Mit dem Deutschen Decker und dem Schotten Crawford erlebte das Publikum eine Formation, in welcher die Schönheit und die Bandbreite der Tin Whistle in ungewohnter Kombination mit der Akustikgitarre verzauberte.

Mit der zweiten Formation, der Gruppe „Síolta“ um Mhór erlebten die Besucher ebenfalls eine ungewöhnliche Instrumentenbesetzung. Mhór mit seiner Akustikgitarre wurde von zwei weiteren Gitarristen, einer Whistle und einer Fiddle begleitet.

Richtig im Griff hatte die Newcomerband „Larún“ mit sechs Mitgliedern aus vier Ländern das Publikum. Immer wieder wurde rhythmisch mitgeklatscht, manchmal sogar gepfiffen vor Begeisterung. Jeder Musiker brachte seine eigene Reputation mit. Mit der glasklaren Stimme von Catherine Kuhlmann und der Uillean Pipe des Spaniers Bora Barageo und der Fiddle von Franziska Urton sowie dem Einsatz des Bodhrán entsprach dieser Sound schon eher dem klassischen Verständnis des Irish-Folk. Doch, bei aller Liebe für Traditionals, es war bei allen Songs des Festivals immer die Würze des Rock und manchmal sogar des hauchdünnen Jazz-Atems dabei. Das machte den Abend gleich mehrfach spannend.

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