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Ludger Wachsmann mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Jawort zum Ehrenamt erneuert

Coesfeld

Da nahm sie ihn sogleich beim Wort. Beim Jawort, das Ludger Wachsmann bezeichnenderweise im Trauzimmer des Stadtschlosses gab. „Ja, ich mache weiter“, sagte der 82-Jährige gestern, nachdem er für sein vielfältiges und jahrzehntelanges Engagement im sportlichen und kulturellen Bereich mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden war. Und Bürgermeisterin Eliza Diekmann nahm dieses Versprechen gerne an, schließlich hatte sie schon in ihrer Laudatio deutlich gemacht: „Wir brauchen Menschen wie Sie. Menschen, die mit Empathie, Beständigkeit und Treue Veränderungen anstoßen und mitgestalten. Diese Eigenschaften scheinen fast ein bisschen aus der Zeit gefallen, aber als Gesellschaft sind wir darauf angewiesen.“

Von Christine Tibroni

Ludger Wachsmann (2. v. l.) erhielt gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, hier mit (v. l.) Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Ehefrau Gisela Wachsmann und Bürgermeisterin Eliza Diekmann. Foto: Foto: Christine Tibroni

Empathie, Beständigkeit und Treue hat Ludger Wachsmann an vielen Stellen unter Beweis gestellt, wie Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr in seiner Lobrede zu Ehren Wachsmanns hervorhob. Als Vorsitzender des Sportvereins ESV Coesfeld (1981 bis 1997) und des Stadtsportrings (1984 bis 1988) oder als Initiator und ehrenamtlicher Geschäftsführer der SG 06 Werbe GbR. Seinem unermüdlichen Einsatz sei es zu verdanken, dass das Sportzentrum Süd errichtet worden sei, so Schulze Pellengahr. Von großer Beständigkeit auch seine Verbundenheit mit dem Gymnasium Nepomucenum, wo er 1958 sein Abitur machte und wo er ab 1975 bis zu seinem Ruhestand als Lehrer für Deutsch, Erdkunde und Sport tätig war. Von 2008 bis 2016 war Ludger Wachsmann Vorsitzender des Ehemaligenvereins Alumni Nepomuceni, in dessen Vorstand er bis heute aktiv ist. Ein Arbeitsschwerpunkt des Vereins, dem sich Wachsmann in besonderer Weise verschrieben hat, ist die Pflege der ehemaligen Jesuitenbibliothek. „Lieber Herr Wachsmann, die lange Auflistung verdeutlicht, wie herausragend und vor allem auch zeitaufwendig Ihr Engagement war. Dies wird heute in besonderer Weise ausgezeichnet“, sagte Schulze Pellengahr, bevor er Orden und Verleihungsurkunde an Ludger Wachsmann überreichte. Eine herausragende Auszeichnung, die sich anschließt an vorhergegangene Würdigungen: Verdienstnadel in Gold des Fußball- und Leichtathletikverbandes NRW (2017), Ehrenring der SG Coesfeld 06 (2012) und Plakette der Stadt Coesfeld (2002).

„Ich wusste gar nicht, das ich so ein toller Kerl bin“, frotzelte Wachsmann, wurde aber schnell wieder ernst, als er von seinen Mitstreitern sprach, die großen Anteil an den Verdiensten hätten, für die er den Orden entgegennahm. Die gelebte Solidarität habe ihn immer wieder beeindruckt und motiviert. Wachsmann: „Jeder Einzelne kann viel. Aber wir können, viel, viel mehr, wenn wir es gemeinsam machen.“ Sein Dank galt auch seiner Frau, die ihm für seine Ehrenämter „Leine gelassen“ habe.

Leine wird er auch weiterhin brauchen, wie der Blick voraus deutlich machte. So soll die Jesuitenbibliothek künftig in Stadtführungen eingebaut werden, und in Kürze soll das restaurierte Exemplar eines griechisch-lateinischen Lexikons aus dem Jahr 1557 – ein Schatz aus der Jesuitenbibliothek – präsentiert werden. Das Jawort – nicht nur gesagt, sondern getan.

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