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Tingvall Trio präsentiert im Konzert Theater eine gelungene Mischung aus europäisch-rhythmischen Klängen

Jazz-Ensemble der Spitzenklasse

Coesfeld. Auf der Bühne des Konzert Theaters hat das Tingvall Trio sein Publikum mit Melodien aus der Sagenwelt des Nordens begeistert. Es gab Standing Ovations und zwei mitreißende Zugaben, wobei eine passenderweise „Avsked“ (dt. Abschied) hieß. Das Trio wurde bereits bei den „Echo Jazz Awards 2012“ gleich zweimal geehrt, als „Live-Act des Jahres“ und „Bestes Ensemble (national)“.

Werner Zempelin

Der schwedische Pianist Martin Tingvall nennt AC/DC sowie Miles Davis als seine Vorbilder. Der in Kuba geborene Bassist Omar Rodriguez Calvo musizierte bereits mit Roy Hargrove und Ramon Valle. Jürgen Spiegel aus Bremen saß mit seinem Schlagzeug schon beim „Hurricane Festival“ und „Rock am Ring“ auf der Bühne.

Die ästhetische Bandbreite ihres Trio-Sounds umfasst melodische, popmusikalisch leichte „Wohlfühlklänge“, schmeichelnd unterlegt mit gestrichenen Terzen und Sexten. Aber auch die anderen Stile wie Rock, Funk, Latin oder (natürlich) Jazz werden genauso mühelos und elegant gespielt. Ob ekstatische Stücke oder langsame Elegien, immer ergibt sich eine gelungene Mischung aus europäisch-rhythmischer Struktur, skandinavischer Melodik und kubanischem Groove – häufig umweht von einem Hauch Melancholie – so schön zu Herzen gehend kann Jazz sein. Die balladeske Eröffnungsnummer „Den Gamla Eken“ (Das alte Eisen) der neuen, sechsten CD „Beat“ und des Konzerts, entwickelt eine ebenso schlichte wie schöne Melodie, bei der sich Kontrabass und Piano harmonisch ergänzen. „Schuld“ daran hat Mark Tingvall am Piano mit seinen wahrlich unerschöpflichen Improvisationskünsten und pianistischen Ideen.

Ferner brilliert der Schlagzeuger Jürgen Spiegel, inspiriert vom europäisch-amerikanischen Jazz-Sound. Eine besondere Erwähnung verdient das Bassspiel des genialen Omar Rodriguez Calvo. Denn ob mit Bogen oder gelegentlich mit wahnsinniger Schnelligkeit gezupft, in rhythmischer Genauigkeit und unverkennbar kubanisch eingefärbt – seine Musik ist schlicht umwerfend. Jeder erweist sich als ein Könner seines Instrumentes – eben ein Jazz-Ensemble der absoluten Spitzenklasse.

Das Publikum im Konzert Theater war jedenfalls restlos begeistert, was sich im häufigem Zwischenapplaus und im nicht enden wollenden Beifall am Ende zeigte. Auch nach dem Konzert verweilten noch viele Besucher am CD-Stand, kauften wie „wild“ gleich mehrere CDs und ließen sie von den Künstlern signieren. Wieder ein rundum gelungenes Konzert.

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