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Nach den Corona-Lockerungen ist der Andrang in den Reisebüros riesengroß

Jetzt lockt der sonnige Süden

Coesfeld. Spanien steht ganz oben, vor allem Mallorca. Aber auch Griechenland, Portugal und andere Ziele unter südlicher Sonne sind der Renner in Coesfelds Reisebüros. Seitdem in den vergangenen Tagen immer mehr Corona-Lockerungen in Deutschland – und den beliebten Tourismusregionen – erfolgen, boomt bei den befragten Reisevermittlern das Geschäft.

Ulrike Deusch

So wie alle ihre Kollegen in Coesfeld haben Christina Daldrup (l.), Teamleitung Urlaubsreisen im Reisebüro Schlagheck, und Geschäftsführerin Laura Brokamp jede Menge zu tun. Die Coesfelder möchten endlich wieder reisen – vor allem Spanien und Griechenland stehen hoch im Kurs. Foto: az

„Das Telefon klingelt ununterbrochen“, freut sich Christina Daldrup, die im Reisebüro Schlagheck Lufthansa City Center Teamleiterin für Urlaubsreisen ist. Bei Eva Jayatilaka von ABC Touristik „geht die Post ab“ und Gerburgis Grotthoff von der Reiseagentur Meimberg hat gar keine Zeit für Auskünfte, so stark ist sie gerade eingespannt. „Wir haben die Öffnungszeiten schon wieder erweitert“, berichtet Annette Rabert, Chefin vom alltours Reisecenter.

Große Erleichterung erfasst die Branche nach dem kompletten Stillstand der vergangenen Monate. Dass das nicht sofort zur wirtschaftlichen Entspannung führt, betont Annette Rabert aber auch. Das hänge mit vertraglichen Vereinbarungen mit den großen Reiseveranstaltern zusammen. Und viele in der Branche müssten erstmal durch Corona angehäufte Schuldenberge abtragen.

Viele Coesfelder möchten in den Sommerferien in südlichen Gefilden entspannen. „Ich war selber gerade auf Mallorca“, berichtet Christina Daldrup. „Da geht es mit den Öffnungen jeden Tag ein Stück voran.“ Auch wenn – wie etwa in Griechenland – noch viele Hotels geschlossen sind, reicht das Angebot doch aus, um die Reiselust der Coesfelder zu befriedigen. Kunden, die schon aus dem Urlaub zurück sind, berichten, dass die Gastgeber vor Ort viel Wert auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen legen, weiß Christina Smyra vom Reisebüro Klöpper. Aktuell braucht jeder Tourist ab sechs Jahre für die Einreise in die genannten Länder noch einen negativen PCR-Test aus dem Labor. 80 bis 90 Euro kostet einer, rechnet Annette Rabert vor. Da steigen für eine fünfköpfige Familie die Reisekosten mal eben um 400 Euro und mehr. Ob das aber auch im Juli noch gilt, weiß niemand. „Viele möchten in diesem Jahr aber auch in Deutschland bleiben“, beobachtet Christina Smyra im Reisebüro Klöpper vorsichtige Kunden. Wie bei ihr locken auch bei ABC Touristik Ziele an Nord- und Ostsee. Kreuzfahrten sind wieder gefragt, auch weil dort die Hygienebedingungen besonders gut eingehalten werden können. Annette Rabert: „Vor allem die ,blauen Reisen’ ohne Landgang sind für viele eine Alternative.“

Sehr viele Kunden planen aktuell schon für die Herbstferien – in der Annahme, dass dann die Impfsituation entspannt und das Reisen noch uneingeschränkter möglich ist. Auch da sind Spanien und Griechenland gefragt. Und vorsichtig richtet der Blick sich auch in Richtung Türkei.

Zwei Folgen der Coronazeit für sich und ihre Kollegen bekommt Annette Rabert aktuell auch zu spüren: „Viele Urlauber sind nach selbst geplanten und dann abgesagten Reisen umgebucht worden oder haben Gutscheine erhalten, die sie jetzt einlösen.“ Und andere, die mit privaten Buchungen im Stornierungsfall schlechte Erfahrungen gemacht haben, wollen jetzt lieber über den Profi buchen, damit sie ihr Geld garantiert zurückbekommen, wenn es doch noch mal eng wird.

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