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Nach Vermittlung durch die Stadt Coesfeld

Jetzt wird’s doch noch was mit der Mauer

Coesfeld

Okay, das Bild ist ein wenig schief, weil ja eine Mauer wieder aufgebaut werden soll. Aber man kann nun nach monatelangem Hin und Her durchaus von einem Durchbruch im Coesfelder Mauerstreit sprechen. Bei einer Videokonferenz haben sich die Streithähne auf Vermittlung der Stadt Coesfeld auf das Prozedere, insbesondere die Corona-Regeln für die Bauarbeiten verständigt. „In der nächsten Woche soll es losgehen“, berichtete Dr. Christian Bernd Hüsken von der Münsterländischen Bauen und Wohnen, der die Bestandsimmobilie an der Süringstraße gehört. Und auch Rechtsanwalt Maxim Sugrobov, der einen gewerblichen Mieter in jenem Haus vertritt, dem seit Juli letzten Jahres nach dem Abriss des weißen Altbaus des ehemaligen Möbelhauses Hageböck eine feste Außenmauer fehlt, bestätigte: „Da gibt es tatsächlich eine Einigung.“ Nicht zuletzt froh darüber, dass die Bauarbeiten für das Lindencarrée-Projekt weiter gehen können, zeigte sich Ludger Schmitz, Planungsamtschef der Stadt, der in dem Gespräch eine Mediator-Rolle übernommen hatte: „Das müsste jetzt klar gehen.“

Von Detlef Scherle

Die über den Wiederaufbau der Außenmauer dieses Gebäudes an der Süringstraße streitenden Parteien haben jetzt eine Einigung erzielt. Die Bauarbeiter dürfen die Räume des Mieters betreten, wenn sie PCR-Tests vorlegen. Bereits in der kommenden Woche soll die Kolonne anrücken. Foto: Foto: ds

Die Parteien verständigten sich darauf, dass die Bauarbeiter, wenn sie die Räume des Mieters an vereinbarten Tagen betreten, keine 48 Stunden alte PCR-Tests vorlegen. „Dazu hat sich die SZ Bau bereit erklärt“, so Hüsken. Wahrscheinlich werde das Betreten ohnehin nur zwei- bis dreimal nötig sein, so Sugrobov, ansonsten werde ja von außen gemauert. Er kann nach wie vor nicht verstehen, dass so eine Einigung nicht schon früher möglich war: „An uns hat es sicher nicht gelegen.“

Durch die fehlende Mauer, erläuterte Sugrobov, sei seinem Mandanten die Nutzung der Räume unmöglich gemacht worden. Deshalb habe man Mietminderung geltend gemacht und die SZ Bau auf Schadensersatz verklagt.

Eine andere Sichtweise auf die Dinge hat freilich Hüsken, der dem Mieter – wie berichtet – wegen fehlender Mietzahlungen fristlos gekündigt hatte: „Er benutzte die Räume sehr wohl. Das wissen wir.“ Der Vermieter will deshalb auch an der eingereichten Räumungsklage festhalten: „Das geht jetzt seinen Gang.“

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