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Nachfrage nach Impfungen ist bei 12- bis 17-Jährigen groß

„Jugendliche wollen ihr Leben zurück“

Coesfeld

Als die Ständige Impfkommission (Stiko) am Montag eine Coronaimpfung auch für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahre empfohlen hat, war Dr. Thomas Horn gerade im Impfzentrum im Einsatz – und spürte sofort einen wachsenden Andrang. Die Hauptmotivation der jungen Leute, sich impfen zu lassen, hört der Kinderarzt aus den Aufklärungsgesprächen deutlich heraus. „Ganz oben steht, dass sie ihr normales Leben wiederhaben wollen“, berichtet Horn.

Von Florian Schütte

Ein kleiner Piks, der den normalen Alltag zurückbringt – das versprechen sich nun auch viele Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren von der Coronaimpfung. Foto: Symbolbild: Sven Hoppe/dpa

Doch auch vorher habe es schon lange Wartelisten in seiner Kinderarztpraxis gegeben. „Viele, die darauf standen, konnten wir nun herunternehmen und ans Impfzentrum verweisen“, sagt Horn. Dies entlaste die Praxen auch enorm. „Für die niedergelassenen Kollegen bedeutet es einen riesigen organisatorischen Aufwand“, sagt Horn. Da sechs Impfdosen aus einer Ampulle gezogen werden, brauche man auch immer passend sechs Impfwillige. „Wenn dann jemand abspringt, muss man wieder herumtelefonieren“, gibt Horn zu bedenken. Impfstoff gebe es insgesamt jedoch genug.

Die Initiative, sich impfen zu lassen, gehe auch vorrangig von den Kindern aus. „Natürlich muss mindestens ein Elternteil dafür unterschreiben. Aber oft hört man: ,Wir haben das im Familienrat besprochen’“, erzählt der Kinderarzt.

Auch Horns Berufskollege Oliver Petz verzeichnet trotz des frischen Impfangebots bereits „eine leichte Zunahme der Nachfrage“. Seine Beobachtungen decken sich mit denen von Dr. Thomas Horn. „Die Eltern sind meist zurückhaltend. Oft sind die Kinder diejenigen, die geimpft werden wollen, um wieder einen normalen Schulalltag zu haben, ihre Freunde ungezwungen treffen und ihren Freizeitaktivitäten nachkommen zu können“, erklärt Petz. „Sie befürchten auch, dass es wieder zu einem Schul-Lockdown kommen könnte.“

Seiner Einschätzung nach „überwiegt der psychosoziale Gewinn durch eine Impfung für die Kinder, die zunehmend vor allem psychische Erkrankungsbilder im Zusammenhang mit dem Lockdown in der Pandemiezeit entwickelt haben“, resümiert Petz.

Krankenhäuser sind übrigens nicht für die Impfung zuständig. „Die Verantwortung und Zuständigkeit liegt in der Hand der Gesundheitsämter und Impfzentren sowie bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten“, informiert Claudia Koller, Pressesprecherin der Christophorus-Kliniken.

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