Im Stadt-Dialog gemeinsam Ideen für die Innenstadt entwickeln und umsetzen

Kreative Vorschläge zur Gestaltung der City

Coesfeld. Mit zwei unterschiedlichen Wohnungen verglich Bürgermeisterin Eliza Diekmann die verschiedenen Möglichkeiten, eine Innenstadt zu gestalten. „Die Stadt kann wie eine Single-Wohnung aussehen, eher kühl und kalt.“ Andererseits könne die Innenstadt auch wie eine Familienwohnung sein, „in der jeder agiert und die jeder mitgestalten kann“, so Diekmann. Genau das wünscht sie sich in Zukunft von den Coesfeldern: Gemeinsam Ideen entwickeln, sich einbringen und zusammen die Stadt lebenswerter machen.

Leon Seyock

Der Marktplatz ist ein Ort der Kommunikation im Herzen der Stadt. Im Dialog bleiben möchte die Verwaltung mit den Coesfeldern, die ihre Ideen zur Innenstadtgestaltung einbringen können und sollen. Eine Idee ist, auf dem Marktplatz einen Übersichtsplan aufzustellen, auf dem alle Einzelhändler aufgelistet werden sollen – auch die, die nicht in der Fußgängerzone liegen. Foto: Leon Seyock

Die Gemeinsamkeit war ohnehin ein großes Thema, das immer wieder angesprochen wurde beim ersten Stadt-Dialog, der am Mittwochabend in digitaler Form stattfand und an dem etwa 60 interessierte Coesfelder teilnahmen.

„Es ist schön, dass es so eine Möglichkeit gibt, sich einzubringen“, ergriff Felix Osterkamp das Wort. Ihm liege die Kultur sehr am Herzen, und er warb daher für Außenkonzerte. „Mir ist es sehr wichtig, dass die Kultur trotz Corona in unserer Stadt erhalten bleibt“, betonte er. Michael Banneyer, Sprecher des Arbeitskreises Kultur und Freizeit im Stadtmarketing Verein, hakte direkt ein: „Dann bist du in unserem Arbeitskreis genau richtig und willkommen.“ Denn eben auch darum ging es bei dieser Veranstaltung: vernetzen, neue Kontakte aufbauen und miteinander über unterschiedliche Ideen ins Gespräch kommen.

Diskutiert wurde unter anderem zwischen Einzelhändlern, Verwaltung und Stadtmarketing Verein über eine mögliche Vereinheitlichung der Öffnungszeiten, was schon seit vielen Jahren Thema ist. Markus und Nadine Höppner von Intersport Schlüter würden darin eine „riesige Chance“ für Coesfeld sehen, um im Zuge der Modellregion zu punkten. Daniela Hollstegge, ebenfalls im Einzelhandel tätig, warb zudem dafür, auf dem Marktplatz einen Übersichtsplan aufzustellen, auf dem alle Geschäfte aufgelistet sind – auch diejenigen, die sich außerhalb der Fußgängerzone befinden.

Einzelne Regale in einem leerstehenden Geschäft – beispielsweise in dem früheren Schreibshop am Marktplatz – an Händler zu vermieten, die nicht in der City ansässig sind, kam im weiteren Verlauf als Idee auf. Sie könnten ihre Ware dann dort verkaufen. Joachim Sandmann regte an, die braunen Laternen „mit kleinem Aufwand“ neu zu lackieren – vielleicht könne das im Zuge eines Kunstprojektes passieren, warf ein weiterer Zuhörer daraufhin ein. Barbara Kockmann plädierte für die Aufwertung des Spielplatzes an der Jakobi-Kirche und für die Einrichtung eines Raumes für junge Mütter zum Stillen. „Das habe ich in Münster gesehen und lässt sich vielleicht auf Coesfeld übertragen.“ Martin Althoff, Geschäftsführer des IBP, könne sich vorstellen, in der City Räume für Begegnungen außerhalb von Kunst und Kultur zu schaffen. Er hätte bereits „viele Ladenlokale im Auge“. Das Aufstellen der Buchstaben COE im Großformat könnte sich Andreas Fleige vorstellen. In diese könne man sich hineinsetzen. „Das hat auch einen guten Werbeeffekt, wenn dort Fotos gemacht werden.“

Dankbar für die Anregungen zeigte sich Vorsitzender des Stadtmarketing Vereins Florian Klostermann: „Die Kreativität und Ideen spornen uns an.“ Es sei ein „sehr guter Auftakt“ gewesen, die ersten Ideen würden nun in die einzelnen Arbeitskreise des Stadtmarketings gehen. Geschäftsführerin Stefanie Borgert warb dafür, „einen Schritt weiter“ zu denken und die Ideen in ihrer Umsetzung weiterzuspinnen. Es soll ein „Mitmach-Projekt“ sein, mit dem Coesfeld gemeinsam gestaltet werden soll. Diekmann: „Wir stehen allem offen gegenüber und laden alle ein, dabei mitzumachen.“ | Kommentar

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