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Durch Goxel-Termine sind die Zahlen für Coesfeld insgesamt um 4,3 Prozent gestiegen

Leichtes Plus stimmt zuversichtlich

Coesfeld

Manchmal müssen die Menschen nur wachgerüttelt werden: Nachdem Berichte über den eklatanten Mangel an Blutkonserven und Aufrufe zu Blutspenden durch die Medien gegangen waren, hätten die Coesfelder dem DRK beim jüngsten Termin in diesem Monat „die Bude eingerannt“, freut sich Heiko Steckel, der sich mit seiner Frau Cornelia um die Organisation der Blutspendetermine in Coesfeld und Goxel kümmert. Und auch mit Blick auf das vergangene Jahr sind die Blutspendezahlen unterm Strich sogar um 4,3 Prozent gestiegen – dank der vier üblichen Termine in Goxel im Februar, April, Juli und November. In den Coronajahren 2020 und 2021 konnte in Goxel jeweils nur ein Termin stattfinden.

Von Florian Schütte

Blut spenden ohne Maske – wie auf diesem Foto aus dem Jahr 2019 vor der Pandemie – dürfte bald auch wieder möglich sein. Foto: Foto: Archiv

Allerdings sehe er „immer noch eine fallende Tendenz im Vergleich zu vor Corona“, sagt Steckel. Tatsächlich ist mit insgesamt 1527 Spenden beim DRK in Coesfeld in 2022 noch nicht das Niveau aus dem Jahr 2019 erreicht, als das Deutsche Rote Kreuz 1596 Blutspenden gezählt hatte. Erfreulich ist, dass sich auch die Zahl der Erstspender in Coesfeld und Goxel mit 79 im vergangenen Jahr noch mal leicht erhöht hat (2021: 74). Dafür sind die reinen Coesfelder Zahlen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent auf 1301 Spender gesunken (2021: 1413).

Ob dies an den pandemischen Einschränkungen wie Maskenpflicht und der Tatsache gelegen hat, nach der Spende nicht noch gemütlich mit anderen in der Kantine beisammensitzen zu können? „Das mag sicher für den einen oder anderen auch eine Rolle gespielt haben“, vermutet Steckel. „Es gibt aber auch Leute, die es gut finden, mit dem Lunchpaket direkt nach Hause gehen zu können.“ Das Essen in der Tüte soll es vorerst weiterhin geben. Grund ist ein Raumproblem, informiert Steckel. Im DRK-Zentrum musste der frühere Laborplatz in den Raum ausgelagert werden, in dem sich sonst die Cafeteria befunden hatte. „Wir arbeiten aber an einer Lösung“, verspricht der Blutspendebeauftragte, dass die Spender bald auch wieder im Anschluss an die gute Tat zusammen klönen können.

„Bei der Maskenpflicht sind wir als medizinische Einrichtung an dieselben Vorgaben gebunden, die auch für Arztpraxen gelten“, erläutert Steckel. Doch der Coesfelder glaubt, dass sich auch hier bald etwas ändere.

Auffallend ist, dass der Dezember – ein typischer Monat für Geld- und Sachspenden – bei den Blutspenden jedoch aus dem Rahmen fällt. „Das ist immer so. Vielleicht weil die Menschen im Einkaufsstress sind oder vielleicht auch, weil es ein klassischer Monat für Erkältungskrankheiten ist“, versucht es Steckel mit einem Erklärungsansatz. Nicht eingeflossen in die Statistik ist übrigens ein Sondertermin im Rahmen der Coesfelder Gesundheitstage, bei dem weitere 17 Menschen Blut gespendet haben.

Insgesamt stimmt die Statistik Heiko Steckel zuversichtlich, „dass es in Zukunft noch wieder mehr Spenden werden.“ Aber – und da macht er sich keine Illusionen: „Den allgemeinen Trend werden wir damit wohl nicht kippen können.“

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