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Grundschulen: Nasenabstriche durch Lolli-Tests ersetzt

Leider ohne Apfel-Geschmack

Coesfeld. Als es hieß, dass die handelsüblichen Corona-Selbsttests in den Grundschulen durch die sogenannten Lolli-Tests ersetzt werden, sei die Freude zunächst groß gewesen. „Unsere Schüler dachten, sie bekommen Lutscher mit Apfel- oder Cola-Geschmack“, sagt Michaela Ellerbrock, Leiterin der Lamberti-Grundschule, lachend. Nach wie vor fänden sie es schade, dass die Stäbchen, die die Schüler 30 Sekunden lang lutschen müssen, einen eher neutralen Geschmack hätten. „Aber sie sind immer noch besser und angenehmer als die Abstriche in der Nase“, ergänzt Ellerbrock.

Leon Seyock

Benedikt Wachsmann, Leiter der Maria-Frieden-Grundschule, zeigt die Lolli-Tests, die nach der Durchführung klassenweise gesammelt werden. Foto: az

Neben der einfacheren Handhabung der Corona-Selbsttests liegt für Regina Harbig, Leiterin der Laurentius-Grundschule, ein weiterer Vorteil der Lolli-Tests auf der Hand: „Wir können mit den neuen Tests, die seit Anfang der vergangenen Woche durchgeführt werden, wesentlich schneller mit dem Unterricht starten.“ Vorher musste das Stäbchen nach dem Abstrich in beiden Nasenlöchern in eine Flüssigkeit getaucht, dort ausgequetscht und anschließend vier Tropfen dieser Flüssigkeit auf den Testsreifen gegeben werden. 15 Minuten später konnte dann das Ergebnis abgelesen werden. Jetzt müssen die Schüler kurz das Stäbchen lutschen, dann werden alle Tests in einer Tüte gesammelt, diese verschlossen und von einem Kurier ins Labor nach Düsseldorf gebracht. „Das Ergebnis kommt dann am nächsten Tag bis sechs Uhr“, informiert Harbig über das Vorgehen.

Zu Beginn, so bestätigen auch Ellerbrock und Benedikt Wachsmann, Leiter der Maria-Frieden-Grundschule, habe es leichte Verzögerungen gegeben und die Ergebnisse seien erst kurz vor Unterrichtsbeginn eingetroffen. „Das ist insofern schwierig gewesen“, erklärt Wachsmann, „weil wir natürlich vor Schulbeginn des nächsten Tages die Eltern informieren müssen, wenn ein positives Ergebnis vorliegt.“ Das Überprüfen des digitalen Posteingangs sei mittlerweile das Erste, was Regina Harbig morgens macht.

In allen drei befragten Grundschulen sei es so, dass jeweils die Hälfte einer Klasse montags und mittwochs im Schulgebäude anwesend ist, dienstags und donnerstags entsprechend die andere Hälfte. Heißt: Wer beispielsweise montags einen Test durchführt, ist dienstags ohnehin zuhause im Distanz-Unterricht – ausgenommen die Kinder, die die Notbetreuung nutzen.

Sollte ein Test positiv ausfallen, müssen alle Kinder aus dieser Gruppe einen weiteren PCR-Test in den eigenen vier Wänden durchführen. Dieser personalisierte Test muss dann zur Schule gebracht werden und wird ebenfalls im Labor untersucht. „Das Gute ist, dass durch die Laboruntersuchungen auch bereits eine geringe Viruslast nachgewiesen werden kann“, schildert Regina Harbig. Somit seien die Lolli-Tests genauer als die Nasenabstriche.

Die Schüler hätten die Lolli-Tests sofort angenommen und würden diese ohne Probleme durchführen. „Es ist alles im grünen Bereich. Und ein positives Ergebnis nach einem Test hatten wir auch noch nicht“, zeigt sich Michaela Ellerbrock zufrieden. Harbig ergänzt, dass Schule „ein sicherer Ort“ sein müsse, „und dafür nehmen wir den Mehraufwand gern in Kauf.“

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