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Schulpflegschaft des Heriburg-Gymnasiums hält Bestimmungen zum Schulstart für „zu dürftig“

Maßnahmen reichen Eltern nicht

Coesfeld

Die Schulpflegschaft des Heriburg-Gymnasiums zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung der Stadt, keine Luftfilteranlagen anzuschaffen. „Die bisher weiteren dargestellten Maßnahmen zum Schulbeginn sind immer noch zu dürftig“, sagt der Schulpflegschaftsvorsitzende Daniel Zazopoulos. Er befürchtet, dass sich die Situation weiter zuspitze. „Dann ist es aber zu spät“, warnt er. „Wir als Schulträger halten uns an die Vorgaben des Landes“, betont hingegen Fachbereichsleiterin Dorothee Heitz.

Von Florian Schütte

Damit die Stühle im Klassenraum im kommenden Schuljahr nicht wieder dauerhaft hochgestellt werden müssen, fordert die Schulpflegschaft des Heriburg-Gymnasiums weitreichendere Maßnahmen zum Schulstart. Foto:

Da sich fast alle Klassenräume in den Coesfelder Schulen ausreichend von Hand lüften lassen, komme eine Förderung für Luftfilteranlagen nicht infrage (wir berichteten). Einfache bauliche Instandsetzungs- oder Umrüstungsmaßnahmen an Fensteranlagen können jedoch ebenfalls finanziert werden. Ein solcher einfacher Umbau sei nur in einem Fall an der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette erforderlich. „Weiterhin ist zu beachten, dass Luftfiltergeräte nicht die geltenden AHA-L-Maßnahmen ersetzen“, schreibt das Schulministerium in seiner Mitteilung.

Daniel Zazopoulos hält die mobilen Luftfiltergeräte jedoch angesichts steigender Inzidenzen für eine sinnvolle Ergänzung. „Weder zum Thema Luftfilter noch zu Alternativszenarien wurde etwas aufgezeigt, wodurch das Infektionsrisiko für unsere Kinder mit Schulbeginn minimiert werden könnte“, kritisiert der Gescheraner, der einen Offenen Brief an die Stadt Coesfeld und das Schulministerium verfasst hatte. Schützenhilfe erhält er von dem Landtagsabgeordneten Norwich Rüße (Grüne), der als Reaktion auf den Offenen Brief schreibt: „Stoßlüften ist nicht ausreichend. Verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen empfehlen Luftfilteranlagen.“ Auch Schulausschussmitglied Christoph Fels (CDU) schließt sich der Meinung der Schulpflegschaft an und hofft, „dass alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den bestmöglichen Regelbetrieb zu ermöglichen“. Dies sei auch das oberste Ziel der Stadt. „Die Kinder und Jugendlichen haben viele Monate lang auf den gewohnten Schulalltag verzichten müssen und das Treffen mit Freunden und gemeinsames Lernen häufig sehr vermisst“, weiß Bürgermeisterin Eliza Diekmann. „Jetzt wird alles getan, damit der Start ins Schuljahr gelingt.“

Da wissenschaftlich nicht belegt sei, dass Geimpfte das Virus nicht weitergeben können, schlägt Zazopoulos vor, dass auch Geimpfte und Genesene in Schulen sich weiter testen lassen. Die Vorgaben des Landes sehen dies nicht vor. Demnach müssen sich alle Schüler zweimal pro Woche testen lassen. Ausgenommen davon sind Geimpfte und Genesene. Die Stadt Coesfeld will hier zwar keine strengeren Maßnahmen ergreifen, doch Bürgermeisterin Eliza Diekmann appelliert an die Eigenverantwortung von Schülern, Eltern und Lehrkräften: „Wir finden es empfehlenswert, wenn alle, die an unsere Schulen kommen, ergänzend dazu Testmöglichkeiten für sich und ihre Familien nutzen.“

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