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Angebote in der Kolping-Bildungsstätte werden wieder hochgefahren

„Menschen wünschen Begegnungen“

Coesfeld

Die Nester, die einige Dohlen rund um das Gebäude der Kolping-Bildungsstätte gebaut haben, seien ein gutes Indiz dafür, dass es in den vergangenen Monaten recht ruhig zuging. „Vorher hatten wir hier noch nie solche Nester. Vermutlich, weil sonst bei uns immer reger Betrieb herrscht“, schätzt Geschäftsführer Benedikt Lücken-Vollmer. Sechs Monate lang mussten die Angebote in der Kolping-Bildungsstätte pausieren und die Türen für Gäste waren geschlossen. Umso größer ist nun die Freude, dass Angebote nach und nach wieder hochgefahren werden können, wie Lücken-Vollmer und Mats Bonsberger, der aktuell seinen Bundesfreiwilligendienst leistet, berichten.

Von Leon Seyock

Benedikt Lücken-Vollmer (rechts, Geschäftsführer der Kolping-Bildungsstätte) und Bundesfreiwilligendienstleistender Mats Bonsberger laden in die Bildungsstätte am Gerlever Weg ein. Seitdem laut Corona-Schutzverordnung Bildungsangebote wieder stattfinden dürfen, werden auch dort die Angebote wieder hochgefahren. Foto: Foto: Leon Seyock

Besonders Fortbildungsprogramme für Begleiter von Seniorenreisen oder im Bereich der Trauer- und Sterbebegleitung seien es, die seit Kurzem wieder in den Räumlichkeiten am Gerlever Weg stattfänden. „Es ist einfach schöner, wenn das Haus belebt ist“, bringt es Mats Bonsberger auf den Punkt. Vor allem für die zweite Jahreshälfte steige aktuell die Nachfrage nach Bildungsprogrammen. „Wir merken schon, dass die Menschen sich Begegnungen wünschen“, so Lücken-Vollmer. Umso mehr freut sich der Geschäftsführer, dass die Kolping-Bildungsstätte nun „langsam wieder durchstartet“. 14 Tagungsräume und 100 Betten stehen zur Verfügung, „zu normalen Zeiten ist hier also immer Action“, lächelt er. Für Institutionen, die die Räume mieten, stellt der Kolping einen „Rundumservice“ zur Verfügung. „Diese Infrastruktur nutzen wir aber auch für eigene Angebote“, erklärt der Geschäftsführer. Rund 20 Prozent aller Angebote in dem Hause würden durch eigene Pädagogen durchgeführt, die restlichen Programme werden etwa durch kirchliche oder sozial-karitative Einrichtungen angeboten.

Ein Blick zurück: Mit Beginn des zweiten Lockdowns im Herbst liefen alle bereits begonnenen Kurse aus und Gäste reisten ab. Zuletzt verpflegten die Mitarbeiter – die zu einem großen Teil in Kurzarbeit waren – Soldaten, die einige Zeit lang das Kreisgesundheitsamt unterstützten. „Seitdem waren unsere Türen aber geschlossen“, teilt Lücken-Vollmer mit. Auch wenn es in den vergangenen Monaten nach außen hin ruhig wirkte; im Inneren waren viele fleißige Hände mit Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten beschäftigt, die im normalen Tagesgeschäft nicht einfach durchführbar seien. „Wir haben zum Beispiel Tagungsräume gestrichen oder neue Böden verlegt“, gibt der Bundesfreiwilligendienstleistende einen Einblick.

Auch digital entwickelte sich die Kolping-Bildungsstätte weiter, „schon im ersten Lockdown haben wir digitale Angebote durchgeführt“, so Lücken-Vollmer. Er sehe darin mit Blick in die Zukunft zwar eine Stärke, „aber wir sind ein Lern- und Lebensort, bei dem auch Kompetenzen im Zwischenmenschlichen entwickelt werden“. Besonders wenn es um Angebote der Persönlichkeitsentwicklung und Interaktion gehe, „fehlt digital schon sehr viel“. Denn auch abends, nach den Kursen, treffe man sich gerne im Café der Bildungsstätte auf ein kühles Getränk und kommt ins Plaudern.

So wie vor einigen Tagen, was Benedikt Lücken-Vollmer aus seinem Bürofenster hören konnte. „Nach einem halben Jahr ohne Gäste und viel Ruhe war das einfach schön“, lächelt er.

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