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Leseförderung nimmt deutlich zu – Grundschulen schlagen noch keinen Alarm

Mentoren melden Mehrbedarf

Coesfeld

Die Leselernhelfer des Mentoring-Projekts melden einen deutlich gestiegenen Förderbedarf, vor allem in den ersten und zweiten Klassen. Wolfgang Manthei führt dies auf die Coronazeit und den Distanzunterricht zurück. „Aus den Kreisen der Mentoren hören wir, dass die Lese- und Schreibschwäche der Kinder zugenommen hat“, sagt der Leiter des Mentoring-Projekts. Doch auch wenn die Coronazeit sicherlich für die Kinder und ihre Eltern schwierig war – Grund, Alarm zu schlagen, sehen die örtlichen Grundschulen zurzeit nicht. Die Arbeit der Lesementoren erachten jedoch alle als wertvoll und auch als weiterhin nötig.

Von Florian Schütte

Im Lockdown mussten vermehrt die Eltern mit ihren Kindern das Lesen üben. Auch die Lesementoren versuchen, Leseschwächen auszugleichen und stellen einen zunehmenden Förderbedarf fest. Foto: Symbolfoto: Pexels

Für Sabine Schäfer sind Lockdown und Distanzunterricht abgehakt. „Es gibt sogar Kinder, die vorher Probleme mit dem Lesen hatten und nach dem Lockdown viel besser lesen konnten“, sagt die Schulleiterin der Kardinal-von-Galen-Schule in Lette rückblickend. Besonders schwer sei es aber für Kinder mit Migrationshintergrund gewesen, wenn auch die Eltern zu Hause nicht unterstützen konnten. „Durch die Landesregierung haben die Eltern aber viel Unterstützung wie das Programm ,Aufholen nach Corona’ bekommen“, betont Schäfer. In keinem Fall hätte explizit die Coronazeit an ihrer Schule bei einzelnen Schülern zu einer Wiederholung der Eingangsklassen geführt.

„Dass Kinder gar nicht mehr lesen und schreiben können“, sieht auch Benedikt Wachsmann nicht. „Wo kein solides Fundament da ist“, würden Schüler auch die Möglichkeit nutzen, die beiden Eingangsklassen in drei Jahren zu absolvieren, so der Leiter der Maria-Frieden-Schule. Das sei aber nicht allein auf Corona zurückzuführen. „Denn viele Kinder haben mit ihren Eltern im Lockdown gut gearbeitet.“ Nun sei man dabei, mögliche Defizite aufzuholen und müsse die Lese-Schreib-Kompetenz „weiter beobachten.“ „Es ist aber eher der soziale Aspekt, der durch Corona in den Hintergrund gerückt ist“, meint Wachsmann.

Das sieht auch Maria Mathioudakis von der Laurentiusschule so. „Die Kinder haben sich alle richtig gefreut, wieder in die Schule zu gehen und gemeinsam zu lernen“, hat die Lesementoren-Beauftragte beobachtet. Auch aus ihrer Sicht ist der „Bedarf an Lesementoren auf jeden Fall da“ – selbst wenn Lesen etwas sei, dass man auch mit seinen Eltern zu Hause gut üben kann. Darüber hinaus habe man auch den Unterrichtsstoff nach dem Lockdown angepasst und ohnehin mehr wiederholt. Auch Mathioudakis kann anhand der „absoluten Zahlen“ nicht bestätigen, dass mehr Kinder die Eingangsklassen wiederholen als vor Corona. Das gilt im Übrigen auch für die Martin-Luther-Schule, wie aus der Schulverwaltung zu hören ist.

Wolfgang Manthei will jedenfalls dem gestiegenen Bedarf Rechnung tragen und „weitere Mentoren installieren“. Dazu sind jederzeit Ehrenamtliche im Team willkommen.

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