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Kinder der „Arche“ nehmen die Fläche des Partnerschaftsvereins Coesfeld-De Bilt unter die Lupe

Mit „Esmeralda“ die Natur entdecken

Coesfeld

Die erste Entdeckung macht Rouven noch im Kindergarten. „Guck mal, da ist eine Biene!“, ruft der Junge, der „Die Arche“ an der De-Bilt-Allee besucht. Damit hat er sofort die Aufmerksamkeit seiner Kameraden geweckt, die das Insekt auf dem Boden sofort interessiert betrachten. Doch an diesem Morgen gibt es für die Kinder noch viel mehr zu erforschen.

Von Florian Schütte

Esmeralda – der Schmetterling an der Hand von Tanja Hellmann-Haddaji – macht die Kinder der Kita „Die Arche“ auf ein Ameisennest unter einem Stein aufmerksam, das die Steppkes genau unter die Lupe nehmen. Foto: Foto: Florian Schütte

„Wir wurden von der Stadt angesprochen, ob wir die naturnahe Fläche beobachten möchten, und da haben wir sofort zugesagt“, berichtet Tanja Hellmann-Haddaji. „Es geht darum, den Kindern spielerisch ein Gefühl von Natur zu geben“, fügt die Erzieherin hinzu. Einen festen Lehrplan gibt es nicht. „Wir greifen das auf, was die Kinder entdecken“, sagt Hellmann-Haddaji. Beispiel Maulwurfshügel. „Danach haben wir ein Buch über den Maulwurf gelesen“, sagt die Pädagogin und öffnet das Tor zur De-Bilt-Allee. An der Ecke zur Loburger Straße liegt die Fläche, die die Stadt mit dem Partnerschaftsverein Coesfeld - De Bilt hergerichtet hat. Dort wartet auch schon die Vorsitzende Brigitte Exner und empfängt die Kinder, die immer noch von der Biene schwärmen. „Welche Farben mögen denn die Bienen?“, fragt Exner. „Da sind die gelben Blumen, die mögen die gerne“, sagt Hannes und zeigt auf die gelbe Schafgarbe.

Mit Lupengläsern ausgestattet gehen die Kinder ins Beet und beobachten behutsam, was dort kreucht und fleucht. „Schaut mal, was dort an Annis Stiefeln herumkrabbelt“, zeigt Tanja Hellmann-Haddaji mit dem Maskottchen „Esmeralda“ – einer Schmetterlingshandpuppe – auf die Ameisen an den gelben Gummistiefeln. Da sind auch gleich Kira, Anja und Mariella interessiert und drehen vorsichtig einen Stein um. Und siehe da: Sofort versuchen hunderte Ameisen, ihr Nest zu beschützen und schnell ihre Eier wegzutragen. „Die haben jetzt Angst, dass ihnen jemand die wegnimmt“, sagt Brigitte Exner. Darum legen die Mädchen nach kurzem Blick mit der Lupe den Stein auch wieder zurück.

Ein Ärgernis sind die Hundehaufen im Beet, die die Kinder geschickt umgehen, sowie der achtlos weggeworfene Müll, den sie bei dieser Gelegenheit aus den Anlagen holen.

„Ich habe einen Feuerkäfer!“, ruft Rouven unterdessen und macht sich auf die Suche nach Futter für das Insekt, das eigentlich eine Feuerwanze ist. Auch ein Loch im Boden hat der Junge soeben entdeckt. „Da wohnen die Kaninchen“, ist Rouven überzeugt.

Und überall summen Bienen über die bunten Blumen. In der Arche reifte deshalb schon die Idee, ein Insektenhotel zu bauen und es im Beet aufzustellen. Brigitte Exner findet die Idee klasse und bringt noch einen weiteren Gedanken ins Spiel: „So begeistert wie die Kinder von den Bienen sind, wäre doch auch mal ein Besuch beim Imker interessant, oder?“

Da wäre auch Tanja Hellmann-Haddaji nicht abgeneigt und auch nicht von einem weiteren Vorschlag: Die Obstbäume am Wegesrand, deren Äste sich bereits unter den reifen Äpfeln und Birnen biegen, dürfen die Kinder gerne abernten. „Da kann man auch gemeinsam Apfelmus einkochen“, meint die Erzieherin. Und bevor es für die Kinder wieder zur Kita zurückgeht, entlassen alle natürlich die Insekten in ihren Lupengläsern wieder in die Freiheit.

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