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Lichtersamstag kommt auch in der abgespeckten Variante bei den Besuchern sehr gut an

Mit Feuer, Charme und Seifenblasen

Coesfeld

„Boahhhh. Papa, die sind ja riesig!“ Die kleine Finja (5) steht gestern mit vielen anderen Kindern dicht gedrängt vor dem Eiscafe „Roll n Cone“, und verschlingt die Seifenblasen förmlich mit den Augen, die eine Künstlerin immer wieder neu mit einem in Spüli getränktem Stab ins Publikum lenkt. Dann zerplatzt eine an ihrer Nase: „Uiiii, das ist ja nass“, lacht sie. Groß und Klein kommen an diesem Abend aus dem Staunen nicht heraus. Sie bewundern zwei in Rot und Blau gewandete Stelzenläufer, die in ihren beleuchteten Glitzerkostümen über den Platz schreiten und gerne Selfies mit Besuchern machen. Sie strahlen mit den durch 48 Lämpchen in Rot getauchten Rathaus-Fenstern um die Wette. Oben auf dem Balkon stimmt Sängerin Darnita Rogers, die tags zuvor noch in München mit der Kelly-Family aufgetreten ist, das „Halleluja“ von Leonard Cohen an. So muss er sein, der Lichtersamstag in Coesfeld. Obwohl es diesmal wegen der Energiekrise keine große Light-Show gibt, kommt er bestens an beim Publikum. Tausende sind herbeigeströmt. Die Stadt ist proppenvoll – vor allem mit jungen Familien, auch aus den Nachbarkommunen.

Von Detlef Scherle

„Das muss gar nicht so dolle sein mit der Show“, meint Lotte Flinkert, eine ältere Dame, die mit ihrem Mann und den Enkelkindern extra aus Haltern nach Coesfeld gekommen ist, „um mal etwas Abstand von all den Krisen zu finden. Und den finden wir hier.“

Auch eine junge Mutter, die ihren Namen nicht so gerne in der Zeitung lesen will, findet: „Das hat viel Charme hier.“ Sie hat sich mit ihren beiden Kindern dem von den Stelzenläufern und Abiturienten mit Fackeln angeführten Laternen-Umzug angeschlossen. Tochter Marie (3) trägt einen Mond stolz vor sich her.

Viele sind auf dem Fest ehrenamtlich aktiv. Ob die Helfer des THW, die für Lagerfeuerstimmung sorgen. Mütter wie Barbara Rotherm, die für die Martin-Luther-Schule Plätzchen verkaufen oder Aktive des Bunten Kreises, die die bei der schneidenden Kälte nach Wärme Dürstenden mit Glühwein versorgen. Richtig heiß wird es allen, die die atemberaubende Feuershow von Aurora an der Jakobi-Kirche besuchen. Sie lässt die Funken sprühen – und Beifall gibt es dafür sogar noch aus dem Modehaus Heckmann, wo Kunden oben an den Fenstern stehen und das Spektakel verfolgen.

Von oben vom Rathaus-Balkon hat Bürgermeisterin Eliza Diekmann den Lichtersamstag eröffnet. Zwei „Lichterkinder“, Ronja und Johannes, die den Malwettbewerb bei Möbel Boer gewonnen haben, dürfen beim traditionellen Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung dabei sein. Und dann hat Diekmann noch einen sehnlichen Wunsch an alle Coesfelderinnen und Coesfelder: „Jeder von uns trägt ein Licht in sich. Lasst uns gemeinsam strahlen in der Adventszeit.“ | Kommentar

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