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Falsch positive Ergebnisse der Teststation an der Borkener Straße veranlassen Gesundheitsamt zur Begehung

Nach Unregelmäßigkeiten: Kontrolle einwandfrei

Coesfeld

Diese Hiobsbotschaft erhielt Hans Funke* völlig unvermittelt, entsprechend groß war der Schock: corona-positiv trotz doppelter Impfung. Erst nach einem Quarantänewochenende dann die Entwarnung: falscher Alarm. Da dies offenbar kein Einzelfall war, hat das Gesundheitsamt die Teststation an der Borkener Straße nun unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: alles einwandfrei. Doch die Kommunikationswege werfen Zweifel auf.

Von Florian Schütte

Bei der Teststation an der Borkener Straße hatte es mehrere falsch positive Testergebnisse gegeben. Eine Kontrolle durch das Gesundheitsamt bescheinigte jedoch einwandfreie Abläufe. Foto: Foto: fs

„Aus Langeweile“ und um sich bei dem schlechten Wetter an jenem Samstag mal kurz unterzustellen, habe Funke auf dem Weg zum Supermarkt den Test gemacht. Anlass hatte er dazu eigentlich nicht. „Ich hatte keine Symptome, deswegen bin ich auch aus allen Wolken gefallen, als mich die Teststelle dann zu Hause anrief und sagte, ich sei positiv“, berichtet der Coesfelder, der daraufhin sofort für einen PCR-Test noch mal die Teststation aufsuchte. Im Laufe des Tages bekam Funke dann auch das Ergebnis: ebenfalls positiv. Funke begab sich umgehend in Isolation und konsultierte seinen Hausarzt, der ihm noch mal bestätigte, dass ein positiver PCR-Test in aller Regel bedeute, dass man tatsächlich infiziert sei.

Am Montag darauf versuchte Funke, das Gesundheitsamt zu kontaktieren. „Ich bin da aber immer in einer Warteschleife gelandet“, sagt der Rentner. Am Dienstag wurde er dann zu einem Mitarbeiter durchgestellt. Die überraschende Nachricht: Ein positives Testergebnis zu dem 82-Jährigen lag dem Gesundheitsamt nicht vor. „Man sagte mir dann, ich könne das Haus wieder verlassen“, erzählt Funke. Und noch etwas habe der Mitarbeiter des Gesundheitsamts laut Funke erwähnt: Der ältere Herr sei offenbar nicht der einzige, dem dieses Prozedere nach einem Test an der Borkener Straße widerfahren ist. Das habe Funke nach eigener Auskunft nun auch selbst nach Gesprächen in seinem Freundeskreis erfahren. Allein dort seien ihm zwei weitere Betroffene bekannt.

Teststellen wie jene an der Borkener Straße werden vom Gesundheitsamt beauftragt und müssen eine ordnungsgemäße Durchführung der Bürgertestungen gewährleisten. Falsch positive Schnelltests können jedoch in fünf Prozent der Fälle vorkommen.

„Da wir als Untere Gesundheitsbehörde ebenfalls über Unregelmäßigkeiten bei der Teststelle in der Borkener Straße informiert wurden, haben wir eine anlassbezogene, unangekündigte Begehung durch einen Arzt durchführen lassen“, bestätigt Alexandra Winkler, dass das Gesundheitsamt stets eingehenden Hinweisen nachgehe. „Die Begehung war unter allen relevanten Gesichtspunkten einwandfrei“, fügt die Leiterin des Kreisgesundheitsamts hinzu. Allerdings hatte die Teststelle zwischenzeitlich das Labor gewechselt, das die PCR-Tests auswertet, und diesen Wechsel dem Gesundheitsamt erst bei der Kontrolle mitgeteilt.

Warum das Testergebnis von Funke jedoch nicht übermittelt wurde, kann das Gesundheitsamt nun nicht mehr nachvollziehen. (* Name von der Redaktion geändert)

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