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Knappe Mehrheit im Umweltausschuss für Nachnutzung von Spielplätzen als Grünflächen

Nachverdichtung vs. Blumenwiese

Coesfeld

Mit Blick auf die Nachnutzung der (ehemaligen) Spielplätze Niemergs Weide und Overhagenweg will sich die SPD keine künftigen Möglichkeiten verbauen. „Wenn wir Spielplätze zurückbauen, wollen wir die Flächen behalten, denn es kann ja sein, dass die Spielplätze irgendwann reaktiviert werden müssen“, begründete André Kretschmer im Umweltausschuss die Haltung seiner Fraktion. Den entscheidenden Antrag, all diese Flächen als Grünflächen auszuweisen, stellte schließlich Hans-Theo Büker (Pro Coesfeld). Dafür gab es am Ende eine knappe Mehrheit von sechs Ja- bei vier Nein-Stimmen (CDU) und zwei Enthaltungen.

Von Florian Schütte

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Die CDU plädierte dafür, zu prüfen, ob diese Plätze nicht auch als Bauland ausgewiesen werden könnten. „Nachverdichtung“ brachte Markus Köchling als Zauberwort ins Spiel. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass für jedes Haus, das wir in der Innenstadt nicht bauen, draußen ein Bauplatz nötig wird“, sagte Köchling und erinnerte vor allem die Grünen daran, sich immer für Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich auszusprechen. „Dazu haben wir uns bekannt“, entgegnete Barbara Sieverding (Grüne). „Aber es ist ein Unterschied, ob wir über Flächen sprechen, die in Privatbesitz sind, oder im Besitz der Stadt, wovon es nicht mehr viele gibt“, erklärte sie, warum ihre Fraktion ganz bei der SPD ist.

Dominik Engbers (FDP) plädierte dafür, beide Spielplätze unterschiedlich zu bewerten. „Beim Overhagenweg schließen wir uns der SPD an. Dort gibt es viele Bäume, die weichen müssten“, meinte Engbers. Beim Spielplatz Niemergs Weide könne man hingegen „eine Baulücke schließen.“

Barbara Sieverding brachte die Überlegung ins Spiel, die Flächen für die Aufstellung von Tiny-Häusern zu nutzen. „Da passen aber höchstens drei oder vier Häuschen hin und dafür müssten Sie das ganze Planverfahren durchführen“, sprach Stadtbaurat Thomas Backes von einem „großen Aufwand“.

Hans-Theo Büker (Pro Coesfeld) zog eine Parallele zu den Bahnflächen, wo heutzutage eine Reaktivierung nur schwer möglich sei, weil die Flächen verkauft seien. „Wir sollten diese Flächen als Blumenwiesen lassen und aus dem Verkauf rausnehmen.“ Auch der Ausschuss für Planen und Bauen sowie der Haupt- und Finanzausschuss haben dieses Thema auf der Tagesordnung, bevor der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 1. Juli die finale Entscheidung fällt.

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