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Leiterin Marlene Langehanenberg will ihre privaten Ausstellungsstücke schenken – bei Übernahme durch die Stadt

Neue Perspektive fürs Puppenmuseum

Coesfeld

Das Puppen- und Spielzeugmuseum soll in städtische Trägerschaft übergehen. Das zumindest schlägt der eigens für die Diskussion über die Zukunft des Museums gebildete Runde Tisch vor – nachdem Museumsleiterin Marlene Langehanenberg ein entscheidendes Angebot gemacht hat: Sie sei bereit, der Stadt die in ihrem privaten Besitz befindlichen Ausstellungsstücke zu schenken, „wenn dadurch eine städtische Trägerschaft zustande käme“. Details dazu werden den Mitgliedern des Kulturausschusses in der Sitzung am nächsten Mittwoch (9.6., 18 Uhr, Pädagogisches Zentrum) vorgestellt.

Von Ulrike Deusch

Das Puppen- und Spielzeugmuseum verfügt über eine große Sammlung von insgesamt 881 Objekten. Über ein Drittel befindet sich im privaten Besitz von Museumsleiterin Marlene Langehanenberg. Foto: Fotos: Archiv

Bekanntlich ist es – vor allem aus Altersgründen – der dringende Wunsch des Trägervereins, dass für das bislang privat geführte Museum eine Perspektive entwickelt wird, die das Bestehen des Museums und seiner Sammlung langfristig sichert. Schon 2019 hatte der Verein die Bitte um Übernahme durch die Stadt formuliert. Die hatte damals vor allem wegen des hohen finanziellen und personellen Aufwands keine Möglichkeiten gesehen. Zugleich war es Verwaltung und Politik aber ein Anliegen gewesen, das Museum zu retten – ein Runder Tisch mit Vertretern aller Beteiligten sollte nach Lösungen suchen.

Wie aus den Unterlagen für die Ausschusssitzung hervorgeht, haben die Ratsvertreter am Runden Tisch deutlich gemacht, dass bei einer möglichen Übernahme durch die Stadt auch die alleinige Verantwortung für das Museum und seinen Betrieb auf die Stadt übergehen müsse und die bisherige Museumsleitung sowie der Trägerverein auf „jegliche Einflussnahme“ verzichten müssten.

Im nächsten Schritt sollen nun die Eigentums- und Besitzverhältnisse der Sammlung ermittelt und die Modalitäten für eine Schenkung unter juristischer Begleitung erarbeitet werden. Das Ergebnis wird den Politikern im September präsentiert, danach entscheidet der Rat. Nach aktuellem Stand sieht es so aus, dass sich in der Ausstellung und im Depot im Dachgeschoss zusammen 881 Objekteinheiten (z.B. zählen Puppenstuben als eine Einheit) befinden. Zieht man die Dauerleihgaben Dritter ab, gehören 369 Objekte Museumsleiterin Marlene Langehanenberg, 436 dem Trägerverein. Wie mit letzteren umgegangen wird, muss noch geklärt werden. Die Kosten, die bei einer Übernahme auf die Stadt zukommen, werden nicht genannt. 2019 war unter damaligen Bedingungen eine Summe von 2,5 Millionen Euro, gerechnet auf 25 Jahre, angegeben worden.

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