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Schul- und Kulturausschuss: Befragung statt Testphase

Offene Bibliothek rückt näher

coesfeld

Nach dem Feierabend in die Stadtbücherei – das könnte in Coesfeld künftig möglich werden. Breite Unterstützung fand im Schul- und Kulturausschuss die Idee der „Open Library“, die Bücherei-Nutzern die Ausleihe außerhalb der regulären Öffnungszeiten ermöglichen soll.

Von Falko Bastos

Die Stadtbücherei soll auch abends noch Ausleihen in Eigenregie ermöglichen.

Die CDU-Fraktion hatte dem Projekt anfänglich noch skeptisch gegenübergestanden, legte am Mittwoch aber eine Kehrtwende hin. Die Skepsis habe sich gelegt, erklärte Lars Vogel. Denn Erfahrungen aus anderen Kommunen wie Vreden würden zeigen, dass das Konzept Zukunft habe. Und mehr noch: Nun sei die CDU so überzeugt von der Idee, dass man sich die ursprünglich geplante Testphase und die entsprechenden Kosten von 18 000 Euro gleich sparen könne. Stattdessen solle man eine Mindestförderhöhe von 40 Prozent zur Bedingung machen.

Es sei schön, dass sich die CDU nun auch für das Lesen außerhalb der Kernarbeitszeiten einsetze, nutzte Sami Bouhari (SPD) die Vorlage. Die Umsetzung von einer Förderung abhängig zu machen, lehne die SPD aber ab. „Wir wollen das Projekt.“ Georg Veit (Pro Coesfeld) wendete ein, dass man den Bedarf noch nicht kenne und deshalb anstelle der Testphase zumindest eine Befragung der Nutzer vorschalten solle.

„Gar nicht uncharmant“ fand Barbara Sieverding (die Grünen) die Idee, die Testphase durch die Befragung zu ersetzen. Denn ohnehin dauere es hier länger, bis sich ein solches Angebot durchsetze: „In Coesfeld mahlen die Mühlen langsamer.“ Weiterhin sei sie vom Projekt vollkommen überzeugt, denn dieses schaffe auch Zugang für bildungsferne Familien. „Dass es Zukunft hat, ist sicher.“

Nur Wilfried Schmitz (Familie) wollte da nicht ganz mit einstimmen. Für die vermuteten Kosten könne man auch einen Spätdienst engagieren. Er sorgte dann auch für die einzige Enthaltung. Alle anderen stimmten für eine abgewandelte Beschlussvorlage, die vor einer Umsetzung eine Umfrage sowie die Prüfung der Förderfähigkeit verlangt.

Zu überwinden sind darüber hinaus aber auch noch eine ganze Reihe von Hürden, wie Mechtilde Boland-Theißen, Fachbereichsleiterin für Kultur und Weiterbildung, darlegte. Zunächst müsse die Situation im Durchgangsbereich Walkenbrückenstraße/Parkplatz Weberstraße geklärt werden. Dort komme es immer wieder zu Vandalismus und Ruhestörungen. Ein weiteres Problem sei der Zugang. Denn der barrierefreie Eingang von der Straße aus stehe während der Öffnungszeiten des Puppenmuseums immer offen, sodass man die Bücherei auch ohne Ausweis betreten könnte. Der Eingang des Stadtarchivs dagegen sei nicht behindertengerecht. Eine Kostenschätzung könne daher nur ein Fachplaner liefern.

In Vreden hatte der Umbau rund 40 000 Euro gekostet. In jedem Fall benötigt würden Thekenabsperrungen, neue RFID-Ausweise, ein Türöffnungsmechanismus, der diese einliest, Überwachungskameras und ein Sicherheitsdienst. Mit der technischen Ausstattung und der sozialen Kontrolle durch die Nutzer könne man für ein hohes Maß an Sicherheit sorgen, so Boland-Theißen. Denn das Wichtigste sei: „Es soll sich jeder sicher fühlen.“

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