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Neue Regelungen im CoeBad ernten auch Kritik

Öffnungszeiten ärgern Frühschwimmer

Coesfeld

Gäbe es ein silbernes „Frühschwimmer-Abzeichen“ – Gudrun König hätte sich darum bereits verdient gemacht. Seit 25 Jahren ist die Coesfelderin nach eigenen Angaben schon Stammgast im CoeBad – jeden Tag von Dienstag bis Sonntag zog sie dort ihre Bahnen – bislang. „Jetzt hat man das Frühschwimmen auf drei Tage in der Woche gekürzt“, schüttelt König mit dem Kopf. Der Mittwochmorgen fällt nun durchs Raster und auch samstags und sonntags ist das Bad erst ab 10 Uhr geöffnet. „Das ist ja kein Frühschwimmen mehr. Man will ja in Ruhe schwimmen“, sagt König. Emergy-Geschäftsführer Ron Keßeler zeigt Verständnis für den Unmut, hält jedoch „die Anpassungen durch Abwägung zwischen den Nutzerinteressen (Stamm-/Frühschwimmer, Schule/Vereine, Familien) und auch wirtschaftlichen und ökologischen Zwängen für sehr ausgewogen“.

Von Florian Schütte

Die Frühschwimmer im CoeBad ärgern sich, dass ihnen durch die neuen Öffnungszeiten drei Frühsporteinheiten in der Woche genommen wurden. Die Stadtwerke argumentieren, dass diese Regelung jedoch den Schulen und dem Personal zugutekommt. Foto: Symbolfoto: Pixabay

Geärgert habe sich Gudrun König besonders über den Hinweis an die Senioren, dass man ja auf andere Bäder des Emergy-Verbunds ausweichen könne. „Welche 80-jährige Frau fährt denn dafür nach Weseke?“, fragt König rhetorisch.

Auch ein weiteres Ehepaar, das seinen Namen nicht so gerne in der Zeitung lesen möchte, musste seine Frühschwimmeinheiten pro Woche halbieren. „Ich halte auch den Mittwochmorgen für das Bad selbst für kontraproduktiv, da es doch geöffnet ist, aber keine Einnahmen generiert“, wundert sich der Coesfelder. Seine Ehefrau wirft noch einen weiteren Punkt ein: „Besonders traurig sind die 15 Mitglieder einer ehrenamtlich geführten Wassergymnastik-Gruppe, die sich immer mittwochmorgens in der Variohalle getroffen hat.“ Acht der Teilnehmer seien über 80 und manche verwitwet. „Für die fällt jetzt die oft einzige Gesprächsmöglichkeit und Geselligkeit weg“, moniert die Frühschwimmerin.

Das Problem hat auch Gudrun König erkannt. Und in der Tat zeigt der Beckenbelegungsplan, der online einsehbar ist, dass die Becken zwar für Schul- und Vereinsschwimmen ab 8 Uhr belegt sind, bevor das CoeBad dann regulär um 14.30 Uhr öffnet, doch von 6.30 bis 8 Uhr sind die Bahnen frei. „Eine Stunde würde uns Frühschwimmern ja reichen“, hofft König darauf, dass das CoeBad zumindest den Mittwochmorgen wieder regulär öffnet.

„Durch die Anpassungen am Mittwoch muss unser Aufsichtspersonal an diesem Tag erst nach Mittag starten“, erklärt Ron Keßeler. „So können wir mittwochs Schulen und Vereinen jetzt mehr Raum geben, den diese in den kommenden Wochen, spätestens ab dem nächsten Schuljahr auch zunehmend nutzen möchten“, fügt der Geschäftsführer hinzu. Dies komme vor allem den Schulen im Schulzentrum zugute, dessen Sporthalle zurzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird. Nicht zuletzt sei dies auch ein Beitrag zum „sicheren Schwimmenlernen“.

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