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Parken an der Mittelstraße: Bauausschuss drückt gegen die Stimmen der Grünen aufs Gas

Parkhaus-Pläne nehmen Gestalt an

Coesfeld

Die Grünen traten auf die Bremse, als es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses um das seit langem geplante Parkhaus an der Mittelstraße ging. „Wir sollten das Mobilitätskonzept abwarten“, erneuerte Jens Keull (Grüne) eine Forderung, die seine Fraktionskollegin Barbara Sieverding tags zuvor im Umweltausschuss vorgebracht hatte (wir berichteten). Der Masterplan Mobilität, der bis 2022 ausgearbeitet sein soll, soll grundsätzlich klären, wie die Stadt Coesfeld in Zukunft mit Kfz-, Rad- und Fußverkehr umgeht und welchen Mobilitätsformen möglicherweise Vorrang eingeräumt wird. Für die Grünen ist klar, wohin die Reise gehen muss. Keull: „Wir müssen dahin kommen, den Kfz-Bestand zu reduzieren, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Wenn wir Parkraum schaffen, fördern wir aber den Kfz-Verkehr – zu Lasten der jungen Generation. Wir sollten uns auf einen ganz anderen Weg machen.“

Von Christine Tibroni

So könnte es aussehen, das neue Parkhaus an der Mittelstraße. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Coesfeld hat sich bereits mit dem Entwurf beschäftigt und begrüßt die Begrünung der Nord- und Südfassade sowie die Ziegelfassaden im Osten und Westen. Foto:

Da wollten indes alle anderen Fraktionen nicht mitgehen. „Wir warten schon viel zu lange auf das Parkhaus Mittelstraße. Wir sollten das jetzt so schnell wie möglich realisieren“, sprach sich Gerrit Tranel (CDU) dafür aus, die schon recht weit fortgeschrittene Planung zügig weiterzuführen. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Coesfeld als Einkaufsstadt und Arbeitsort täglich von zahlreichen Besuchern und Berufspendlern angesteuert werde. In Richtung der Grünen sagte Tranel: „Mobilität ist ein sehr hohes Gut. Ziel muss sein, Mobilität so klimaneutral wie möglich zu bewerkstelligen. Deshalb müssen wir alternative Technologien fördern, aber ich will nicht grundsätzlich das Kfz verteufeln, und ich will den Leuten auch nicht vorschreiben, wie sie sich fortbewegen.“ Ähnlich äußerte sich Heinz Volmer (Pro Coesfeld): „Wir bewegen uns im ländlichen Raum, wo das Kfz – zunehmend mit alternativen Antriebsformen – eine große Rolle spielt.“ Das Parkhaus sei „die einzige Möglichkeit, Autos aus der Innenstadt herauszubekommen.“ Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld) schloss daran an: „Wir sind uns einig, dass Fußgänger und Radfahrer in der Innenstadt mehr Raum brauchen. Dann brauchen wir aber auch zwei, drei Hotspots zum Parken.“ Baudezernent Thomas Backes (Stadt) ergänzte: „Wir schaffen keine zusätzlichen Parkplätze, sondern wollen mit dem Parkhaus eine Verlagerung des Parkens erreichen.“ Backes machte zudem deutlich, dass nicht schon übermorgen die Bagger anrollen. „Es geht darum, das Planungsziel weiter zu verfolgen.“ Bei drei Gegenstimmen der Grünen gab der Ausschuss der Verwaltung sein Okay, das Bebauungsplanverfahren fortzuführen und die Planung des Parkhauses weiter zu konkretisieren.

Zur Gestaltung des Parkhauses, das insgesamt 256 Stellplätze vorhalten könnte, soll es noch eine Bürgerinformation geben.

Neben dem Parkhaus an der Mittelstraße sollte auch das geplante neue Parkhaus an der Münsterstraße Gegenstand der öffentlichen Beratung im Ausschuss sein. Das Gremium beschloss aber, wie zuvor der Umweltausschuss, den Punkt zu vertagen.

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