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Die Sanierungsarbeiten in der St.-Lamberti-Kirche haben begonnen

Radlader rollt durchs Eingangsportal

Coesfeld

Die Glastüren im Eingangsbereich sind schon ausgebaut. So kann der Radlader mühelos durch das Portal bis ins Mittelschiff der St.-Lamberti-Kirche fahren. Behutsam hebt Frederick Flinkert mit schwerem Gerät das Taufbecken an. Der Radlader wendet und fährt zurück bis vor den Eingang, wo Flinkert mithilfe seiner Kollegen das Taufbecken vorsichtig wieder abstellt. „Es ist hier alles etwas eng, aber es geht“, sagt der Radladerfahrer, als er von seinem Fahrzeug springt. Die Arbeiten zur Sanierung des Gotteshauses sind nun angelaufen.

Von Florian Schütte

Ein ungewohntes Bild: Radladerfahrer Frederick Flinkert fährt mit seinem Fahrzeug durch das Eingangsportal des Gotteshauses. Foto: Fotos: fs

Pfarrdechant Johannes Arntz und Felix Schürhoff vom Kirchenvorstand machen sich am Montag selbst ein Bild von den ersten Maßnahmen. „Wir sind gerade angefangen und haben für den Radlader alles mit Vliesplatten als Baustellenzufahrt ausgelegt“, erklärt Christian Fehmer vom Tiefbauunternehmen Alfons Fehmer aus Rosendahl. „Die Orgel ist schon eingehaust“, sagt Arntz und zeigt auf das in Planen gehüllte Musikinstrument auf der Orgelbühne. „Zwei Beichtstühle werden beim Bistum eingelagert und die anderen beiden aufgearbeitet und bleiben in der Kirche“, führt der Pfarrer weiter aus. Die Kanzel bleibt ebenfalls erhalten und wird für die Dauer der Arbeiten eingehaust. Das 700 Jahre alte Coesfelder Kreuz wird von einer Fachfirma abgebaut und bleibt solange in der Jakobi-Kirche. „Wann soll das passieren?“, erkundigt sich Fehmer. „Wenn auch die Kunstgegenstände abgebaut werden, wahrscheinlich im Laufe der Woche“, antwortet Schürhoff von der Steuerungsgruppe zur Kirchenrenovierung.

„Die Empore wird in Quadrate geschnitten und abgehoben, sodass der Sandboden nicht beschädigt wird“, erläutert Fehmer die weiteren Schritte. Denn dort müssen noch die Archäologen ihre Arbeit verrichten. „Hoffen wir mal, dass sie nichts finden“, meint Arntz. Denn sonst droht eine Verzögerung der weiteren Arbeiten. Wenn die Sondierungen abgeschlossen sind, bekommt der dann ebenerdige Altarbereich eine neue Sohle. Dafür muss auch der fünf Tonnen schwere Altar selbst versetzt werden. Klebestreifen auf dem Boden deuten bereits die Umrisse der neuen Altarinsel an.

Der kreisrunde Bereich ums Kreuz wird ebenfalls abgesenkt, bekommt aber einen anderen Boden und kann später auch mit Rollatoren umrundet werden. „Und hier führen nachher drei Stufen zu jeder Seite zur Apsis hoch“, sagt Arntz und schreitet die Markierungen außerhalb des Kreises um das Kreuz ab. Die Apsis bleibt unberührt und soll „eine sehr filigrane Brüstung zum Kreuz hin bekommen“, sagt Schürhoff. „Den Bereich könnte man später auch noch für Sitzplätze nutzen“, blickt Arntz voraus.

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