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Investor muss Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach installieren

Rat beschließt: Bäume am Lidl bleiben

Coesfeld

Eigentlich wollte der Eigentümer Tabula rasa machen. Für den Neubau und die Vergrößerung des Lidl-Marktes an der Rekener Straße von 920 auf 1200 Quadratmeter sollten alle Bäume auf dem Gelände gefällt werden (wir berichteten). Doch diesen Plan hat der Stadtrat jetzt mehrheitlich auf Antrag der SPD gestoppt. Zwar gab es (gegen die Stimmen der Grünen) ein grundsätzliches „Ja“ zur Erweiterung, zumindest die zehn das Gelände einrahmenden Bäume müssen aber stehen bleiben. Außerdem wird dem Eigentümer, der Damhus-Grundstücksverwaltung GbR, auferlegt, auf dem Dach des neu errichteten Marktes eine Fotovoltaik-Anlage zu errichten.

Von Detlef Scherle

Der Investor muss seine Pläne noch mal ändern. Auf Antrag der SPD gibt der Stadtrat ihm auf, die großen Bäume, die das Gelände umrahmen, zu erhalten und auf dem Dach Fotovoltaik zu installieren. Foto: Foto: ds

„Es ist völlig unsinnig, dass alle Bäume weg sollen. Die außen stehenden Bäume sollten erhalten bleiben“, argumentierte Thomas Stallmeyer (SPD) für den Antrag. Unterstützt wurde er von den Kleeblatt-Fraktionen Pro Coesfeld, Aktiv für Coesfeld und Bündnis 90/Die Grünen. „Danke für den beherzten Antrag pro Baum“, sagte die Grünen-Fraktionschefin Sarah Albertz.

Erhebliche Bedenken hatte dagegen die CDU. „Da sind noch einige Fragen offen“, meinte ihr Fraktionschef Gerrit Tranel. Er hielte es für den richtigen Weg, „Fachleute drüberschauen“ zu lassen. Es gehe um die Entwässerung des Parkplatzes, die mit den Bäumen so nicht möglich sei. Dem widersprach André Kretschmer (SPD): „Das geht technisch. Es wird dann nur teurer.“

Die FDP enthielt sich bei den Bäumen. Einig waren sich aber alle, dem Investor aufzugeben, auf dem Dach Fotovoltaik zu installieren. „Wenn man heute neu baut, muss eine Fotovoltaikanlage drauf“, machte Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld) klar.

Die Erweiterung selbst stellten nur die Grünen infrage. Christoph Wolfers klagte, dass die Vergrößerung des Lidl zur Folge habe, dass sich an anderer Stelle – zum Beispiel in Goxel und an der Holtwicker Straße – keine kleineren Märkte etablieren könnten. Dem widersprach Stadtbaurat Thomas Backes: „Grund dafür, dass wir im Nordosten ein Defizit haben, ist, dass uns dort Flächen fehlen. Dann müssten wir die Bürgerhalle abreißen.“ Auch Dieter Goerke zeigte sich „verwundert“ über die Haltung der Grünen: „Es findet im Osten keine Benachteiligung statt. Man kann mit dem Lastenfahrrad durch die Stadt zum Lidl fahren.“

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