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Sami Bouhari löst Hermann-Josef Vogt nach 16 Jahren als SPD-Ortsvereinsvorsitzender ab

Rot von der Krawatte bis zu den Socken

Coesfeld

Ein waschechter Genosse ist er. Daran ließ Sami Bouhari bei seiner Vorstellung als Kandidat für den Vorsitz bei der SPD-Generalversammlung im Kolpinghaus keinen Zweifel. Nicht nur, dass der studierte Sozialwissenschaftler und Philosoph, der zuletzt als Veranstaltungstechniker arbeitete und demnächst bei der Awo anfängt, rote Socken und eine rote Krawatte trug. Er sei selbst einer, der vom Aufstiegsversprechen der SPD profitierte, erzählte er in einer ebenso humorvollen wie hintergründigen Rede. Bildungsgerechtigkeit – das hat der 41-Jährige mit deutschen (Mutter) und tunesischen (Vater) Wurzeln schon früh mit der SPD verbunden, der „Partei des kleinen Mannes“. Beim Besuch seiner Großeltern in Nordafrika, Analphabeten, sei er sehr ergriffen gewesen, „dass es Menschen gibt, die nicht in den Genuss von Bildung kamen“. Er wolle Politik vor allem auch für die machen, „die sich vielleicht gar nicht selbst äußern können“, unterstrich er. Bildungspolitik soll auch im Ortsverein ein Schwerpunkt sein. Zunächst aber will er alle 74 Mitglieder persönlich kennenlernen: „Ich bin gespannt auf jede einzelne Geschichte.“ Den Ortsverein will er „zum Team zusammenschweißen“, die Mitgliederzahlen wieder noch oben bringen und die Diversität stärken: „Ich möchte alle Menschen ansprechen: Männer, Frauen, mit oder ohne Migrationshintergrund, Alte, Junge...“, zählte er auf. „Ob bildungsnah oder bildungsfern, ob Akademiker oder Handwerker – das ist mir wurscht.“ Und am Ende, ist er sich sicher, würden dann auch wieder bessere Wahlergebnisse für die SPD in Coesfeld herauskommen.

Von Detlef Scherle

Freuen sich über die jüngste Ortsvereinsspitze aller Zeiten: v. l. Beisitzerin Inge Walfort, Beisitzer Daniel Olenberg, stellvertretender Vorsitzender Matthis Tasler, Kassierer Daniel Suhren, Schriftführer André Kretschmer, neuer Vorsitzender Sami Bouhari, Beisitzer Thomas Stallmeyer, scheidender Vorsitzender Hermann-Josef Vogt, Bundestags-Kandidat Johannes Waldmann, stellvertretende Vorsitzende Frieda Schmitz und Fraktionschef Ralf Nielsen. Foto: Foto: ds

Nicht nur viel Beifall gab es für die Rede – am Ende fuhr er auch eine beeindruckende Ernte bei der Abstimmung ein: Von den 16 anwesenden Genossen stimmten 16 für ihn als neuen Ortsvereinschef. In der vergangenen Wahlperiode war Bouhari schon als Ratsmitglied für Hermann-Josef Vogt nachgerückt. Jetzt folgt er seinem Mentor, dem er ausdrücklich dankte, auch im Ortsverein als Vorsitzender. 16 Jahre stand der an der Spitze. Und Bouhari scharte die jüngste Führungscrew um sich, die es je in der Geschichte der SPD Coesfeld gab. Als stellvertretende Vorsitzende wurden die Studenten Matthis Tasler (24, wie bisher) und Frieda Schmitz (20, neu für die ausscheidende Monika Verspohl) einmütig gewählt. Den Vorstand komplettieren Kassierer Daniel Suhren, Schriftführer André Kretschmer, die Beisitzer Inge Walfort, Bettina Suhren, Willi Kuhfuß, Daniel Olenberg und Thomas Stallmeyer.

Auf die Bundestagswahl stimmte die Coesfelder Genossen der Direktkandidat und Unterbezirkschef Johannes Waldmann (Ascheberg) ein: „Es ist ganz viel drin.“ In Anknüpfung an Bouhari forderte der Hauptschullehrer „Chancengerechtigkeit für jedes Kind“.

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