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Stadt modernisiert beide Dreifachturnhallen am Schulzentrum ab Beginn der Herbstferien

Sanierung reißt Loch in Vereinsbetrieb

Coesfeld

Es ist noch nicht allzu lange her, dass sich Sportler wieder zum Sport im Verein treffen dürfen. Und es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, dass der Schul- und Vereinssport im Freien witterungsbedingt an seine Grenzen kommt. Mit Beginn der Herbstferien im Oktober will die Stadt nun die seit Jahren geplante Sanierung der Dreifachturnhallen am Schulzentrum starten.

Von Falko Bastos

Halle 1 und 2 werden nacheinander bis Februar saniert. Foto:

In Halle 1 soll der Prallschutz an den drei Seiten rund um die Zuschauertribüne erneuert werden. In Halle 2 wird zusätzlich zum Prallschutz auch der gesamte Boden ausgetauscht. Die Baustellen sollen nacheinander abgearbeitet werden. Fünf Wochen veranschlagt die Stadt zunächst für Halle 1. Anschließend ist Halle 2 dran, voraussichtlich bis Februar.

Das reißt eine große Lücke in das Sportstätten-Angebot der Stadt – aus Sicht von Philipp Heuermann zur Unzeit. „Der Zeitpunkt ist höchst fragwürdig“, ärgert sich der Volleyball-Abteilungsleiter der SG Coesfeld. „Ich sehe mit großem Unverständnis, dass man nicht schafft, in eineinhalb Jahren Pandemie zu sanieren und ausgerechnet jetzt damit anfängt“. Die Volleyballer treffe es in der wichtigsten Phase der Saisonvorbereitung. Aber auch für andere Sportler sei der Zeitpunkt ärgerlich.

Wäre das nicht früher gegangen? Stadt-Sprecherin Andrea Zirkel verweist auf die formalen Abläufe: „Der Rat hatte die Verwaltung im Oktober 2020 beauftragt, den Förderantrag zu stellen. Im Dezember 2020 kam die Förderzusage für das Modernisierungsvorhaben.“ Anschließend sei die Stadt in die Detailplanung gegangen, die auch mit dem Denkmalschutz abzustimmen war, bevor die Ausschreibung erfolgen konnte.

Warum dann nicht erst im Frühjahr zum Start der Freiluftsaison? „Ein Verschieben würde die Förderungshöhe gefährden, denn formal ist die Maßnahme bis Jahresende abzuschließen“, so Zirkel.

An den veranschlagten 671 000 Euro Gesamtkosten beteiligt sich das Land NRW mit 569 000 Euro aus dem Programm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“, sodass der Stadt lediglich ein Eigenanteil von rund 100 000 Euro verbleibt.

Nun versuchen die Vereine in Abstimmung mit der Stadt, die Trainingsgruppen so zu verteilen, dass die Einschränkungen möglichst fair verteilt werden. Ein großes Puzzle für die Beteiligten. Das Zusammenarbeit zwischen Stadt, Schulen und Vereinen funktioniere gut, erklärt Bernd Bohmert, der aufseiten der DJK an der Verteilung der Hallenzeiten beteiligt ist. Auch die Abstimmung mit der SG liefe bei aller sportlicher Rivalität sehr fair ab.

„Das heißt aber nicht, dass die Situation gut ist“, so Bohmert. Denn letztlich müsse jede Mannschaft oder Sportgruppe Einschränkungen hinnehmen, es gehe nur darum, diese fair zu verteilen. „Da geht es um Solidarität. Alle müssen Abstriche machen“, kündigt Bohmert an.

So sei die Zusammenlegung von Trainingsgruppen ebenso denkbar wie die Streichung einiger Trainingseinheiten über den Winter. So könne es nötig werden, dass die Rehasport-Gruppen von SG und DJK statt wöchentlich im 14-tägigen Wechsel stattfinden. Klassische Outdoor-Sportarten wie Fußball oder Leichtathletik müssten mit Ausnahme der Jüngsten in diesem Winter draußen trainieren.

Unter den klassischen Hallensportarten müsse dann noch nach Anforderungen entschieden werden. So seien vor allem die Handballer und Volleyballer auf große Hallen angewiesen, während andere Trainingsgruppen auch auf kleinere Hallen verteilt werden könnten.

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