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Inspektion des Autoclubs ACE zur Barrierefreiheit

Schlechte Note für die Marktgarage

Coesfeld

Beleuchtung, Wege, Beschilderung, Erreichbarkeit – die Mängelliste des Auto Club Europa (ACE) zur Marktgarage ist lang. In einer verkehrspolitischen Aktion mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) hatte der ACE am Dienstag das Parkhaus unter die Lupe genommen und auf 15 Kriterien zur Barrierefreiheit überprüft. Die Aktion war Teil der bundesweiten Initiative „Barrierefrei besser ankommen“.

Von Falko Bastos

Roger Zwiehoff (von links), Gabi Dickhoff, Heinz Dickhoff, Norbert Dreßen, Josef Hülsdünker und Willi Helling prüften die Barrierefreiheit der Marktgarage mittels einer Checkliste – und fanden so einige Mängel. Foto: Foto: Bastos

Das Ergebnis: Mit 8 von 16 Punkten landet die Tiefgarage in der schlechtesten Kategorie. „Es ist nicht das schlechteste Parkhaus, das ich je gesehen habe, aber da gibt es noch eine Menge zu verbessern“, urteilt Roger Zwiehoff, Regionalbeauftragter des ACE. In mehr als der Hälfte der vorab definierten Kriterien zur Barrierefreiheit gibt es keine Punkte für die Marktgarage.

Dabei seien Zahl und Größe der Behindertenparkplätze nicht das Problem, sagt Josef Hülsdünker, Vorsitzender des ACE Münsterland. Für diese gibt es sogar die volle Punktzahl. Schwieriger sei da schon der Weg zwischen Parkplatz und Aufzug. Größter Kritikpunkt: Es fehlen Wegemarkierungen oder Zebrastreifen für einen gefahrlosen Übergang für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Das betreffe neben behinderten Menschen auch Senioren mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen, die stets über die Fahrbahn laufen müssten, sagt Zwiehoff.

Dazu komme eine schwergängige Tür im Vorraum des Aufzugs, die sich für mobilitätseingeschränkte Menschen kaum öffnen ließe. Wenn sie den Aufzug denn finden. Denn der sei ebenfalls nicht gut beschildert, besonders von außerhalb. „Ich wohne seit 40 Jahren in Coesfeld und wusste nicht, wo der Aufzug ist“, sagt Heinz Dickhoff, Vorsitzender des DGB Coesfeld.

Weitere Kritikpunkte seien das Fehlen einer Notruftaste bei den Behinderten-Parkplätzen, eine barrierefreie E-Lademöglichkeit sowie eine schwache Beleuchtung. „Viele dieser Punkte kann man mit ein bisschen Engagement leicht beheben“, sagt Zwiehoff. „Das ist nicht der Standard, den man heute erwarten könnte“, kritisiert Josef Hülsdünker. Nicht die Menschen seien gehandicapt. „Das Parkhaus ist das Handicap.“

Und was sagt die Bäder- und Parkhausgesellschaft? „Uns ist die Verbesserung der Barrierefreiheit grundsätzlich immer ein Anliegen“, schreibt Pressesprecherin Antje Evers auf Nachfrage. „Wir freuen uns deshalb auf die genauen Ergebnisse der Begehung und schauen uns dann gern gemeinsam an, wo man Verbesserungen erreichen kann“, sagt die Sprecherin – nachdem sie bereits schriftlich mit allen Ergebnissen der Begehung konfrontiert wurde.

„Wir wollen niemanden vorführen“, sagt Roger Zwiehoff. Stattdessen sei der ACE gerne bereit, die Parkhausgesellschaft bei einer Verbesserung der Barrierefreiheit zu beraten. „Dann kommen wir auch gerne in einem Jahr wieder und schauen, ob sich etwas verbessert hat.“ Demnach dürfte einem gemeinsamen Treffen zur Beseitigung der Barrieren ja nicht mehr viel im Wege stehen.

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