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Für Unternehmen ist Homeoffice ein Baustein im Kampf gegen das Coronavirus

Schutz von Mitarbeitern im Blick

Coesfeld. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Begriff Homeoffice in aller Munde. Viele Arbeitnehmer arbeiten auch in Coesfeld bereits seit März 2020 zumindest zeitweise zu Hause. Damit soll das Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren, gesenkt werden.

Manuela Reher

Die Arbeitgeber sollen ihre Mitarbeiter ins sogenannte Homeoffice schicken, wann und wo immer es möglich ist. Damit soll das Infektionsrisiko gesenkt werden. Foto: pexels.com

Auch wenn die Arbeitgeber aktuell nicht gesetzlich verpflichtet worden sind, ihren Mitarbeitern zu ermöglichen, ihre Tätigkeit zu Hause auszuüben, haben viele Unternehmer bereits vor vielen Monaten Vorkehrungen zum besonderen Schutz der Beschäftigten getroffen.

Florian Klostermann, Geschäftsführer der Betonwerke Klostermann, betont, dass in seinem Unternehmen überall dort Homeoffice praktiziert werde, wo es der geschäftliche Ablauf erlaube. Das sei bereits seit dem vergangenen Frühjahr so. Das Unternehmen habe die notwendigen technischen Voraussetzungen dafür geschaffen und für VPN-Verbindungen zur Firma gesorgt. (VPN ist die Abkürzung für virtuelles privates Netzwerk.) Falls die Mitarbeiter im Bürotrakt vor Ort arbeiten, halte sich nur noch ein Mitarbeiter je Raum dort auf. Kontakte im beruflichen Alltag würden entzerrt.

„Wir haben zum Beispiel ein abteilungsübergreifendes Kontaktverbot eingeführt“, sagt Klostermann. Wenn sich ein Mitarbeiter von seinem Arbeitsplatz entferne, gelte Maskenpflicht. Florian Klostermann betont, dass die komplette Belegschaft hinter allen Maßnahmen stehe und diese auch konsequent einhalte. „Wir alle haben ein Interesse daran, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten“, sagt der Geschäftsführer. Für die Belegschaft würden FFP2-Masken zur Verfügung stehen. Falls ein Mitarbeiter Symptome habe, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen könnten, könne dieser einen Schnelltest in Anspruch nehmen.

Im gewerblichen Bereich des Unternehmens sei Homeoffice nicht umsetzbar. Bei jedem einzelnen Arbeitsplatz werde aber ganz individuell geprüft, ob die Arbeit auch zu Hause erledigt werden könne. „Das ist stets ein Abwägungsprozess“, sagt Klostermann. Der Unternehmer hält es vor dem Hintergrund der Schulschließungen für legitim, dass die Politiker über eine Homeoffice-Ausweitung für Arbeitgeber beraten. „Wir müssen alle unseren Beitrag leisten, damit wir durch das Nadelöhr hindurchkommen“, sagt er mit Blick darauf, dass die Infektionsrate gesenkt werde müsse.

Hanjörg Bahmann, Pressesprecher von Bio Weiling, weist darauf hin, dass das Unternehmen auch unabhängig von der Corona-Pandemie schon vielfach mit dem Thema Homeoffice vertraut sei. Das Verfahren sei bereits bestens erprobt. Im Übrigen kommuniziere das Unternehmen mit der Niederlassung in Lonsee im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg bereits seit dem Jahre 2010 oft auf digitalem Wege. Da bei Bio Weiling die Hauptarbeit im Bereich der Logistik liege, sei diese allerdings nicht von zu Hause aus zu erledigen.

Stefanie Klönne, Pressesprecherin der Schmidt Gruppe Service GmbH, teilt mit, dass das Unternehmen bereits frühzeitig eine Infrastruktur geschaffen habe, um den Mitarbeitern Homeoffice zu ermöglichen. So seien alle Beschäftigten mit Laptops ausgestattet worden.

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, sei Homeoffice seit zwei Wochen für manche Mitarbeiter unabdingbar, weil deren jüngere schulpflichtige Kinder wegen der geschlossenen Schulen zu Hause lernen und betreut werden müssten.

Aktuell würden viele Themen statt in persönlichen Gesprächen von zu Hause aus in Zoom-Konferenzen behandelt. „Die soziale Komponente darf allerdings auf lange Sicht nicht außer Acht gelassen werden“, kommentiert Stefanie Klönne. So sei es stets wichtig, den Teamgedanken weiterhin im Blick zu behalten, auch wenn es nicht zu persönlichen Treffen komme.

August Janssen, Werkleiter der F+S Milchprodukte GmbH & Co. KG, betont, dass er bereits im März 2020 „jede Art von Schutzmaßnahmen“ getroffen habe, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu verringern. Allerdings könne nur ein geringer Anteil der 150 Beschäftigten im Coesfelder Unternehmen zu Hause arbeiten, weil die meisten „operativ“ tätig seien. „Wir haben nicht erst auf Verordnungen aus der Politik gewartet, sondern sofort Maßnahmen umgesetzt, weil wir ein systemrelevanter Betrieb sind“, berichtet August Janssen.

Das Werk arbeite im Dreischichtbetrieb. Es sei sichergestellt, dass keine Schicht der anderen begegne. Die Grundfläche der Kantine sei durch räumliche Veränderungen vervierfacht worden, sodass die notwendigen Abstände eingehalten werden könnten. Corona-Schnelltests würden den Mitarbeitern bereits seit März 2020 angeboten.

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