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AG Buddelgruppe zieht Zwischenbilanz und gibt am kommenden Samstag Einblicke in ihre Arbeit

Schwarmintelligenz als Schlüssel

coesfeld

Inmitten von hohen Maisfeldern und anderen Ackerflächen liegt am Ortsrand von Lette eine kleine Oase. Auf inzwischen 3000 Quadratmetern verwirklicht die AG Buddelgruppe ihre Idee von einer lokalen, biologischen Nahrungsmittelproduktion. „Mittlerweile ernten wir wöchentlich ungefähr drei große Kisten Tomaten“, sagt Elena Meyer. „Während der Saison kaufe ich höchstens alle paar Wochen ein wenig Gemüse oder Obst ein. Den Rest beziehen wir aus den Erzeugnissen hier“, fügt die Mutter zweier Kinder hinzu. Am kommenden Samstag (16. 10.) stellt sich die Gruppe zwischen 10 und 14 Uhr auf ihrem Gelände vor, das unmittelbar neben der Letter Windmühle liegt.

Von Felix Brüggemann

Die AG Buddelgruppe ist mit ihrer diesjährigen Ernte zufrieden. Die Mitglieder stellen sich und ihre Arbeit am Samstag an der Windmühle in Lette vor. Foto: Foto: Felix Brüggemann

Angebaut wird auf dem Gelände alles von „A“ wie Apfel bis „Z“ wie Zucchini. Die Erzeugnisse teilen die Aktiven untereinander gegen eine kleine Spende nach dem Solidaritätsprinzip auf. Die Arbeit erledigen die Mitglieder nach ihren individuellen Möglichkeiten ohne jede Verpflichtung.

Die Gruppe ist in vielerlei Hinsicht bunt gemischt. Die Altersspanne reicht vom Kleinkind bis hin zum 80-jährigen Pensionär. Auch im Hinblick auf die Berufsfelder der Teilnehmer handelt es sich um „einen Querschnitt der Gesellschaft“, bestätigt Antje Kleinschneider. „Das Stichwort bei uns ist Schwarmintelligenz. Manche haben mehr Erfahrung, andere weniger. Wir haben Kenner in den verschiedensten Bereichen.“

Zum Tragen kommt zum Beispiel das Konzept „Terra Preta“. Dabei handelt es sich um einen, unter anderem aus Pflanzenkohle und Kompost bestehenden dauerhaften Kohlenstoffspeicher und sehr fruchtbaren Boden, erklärt Christa Erdmann.

Neben der Ackerfläche kamen im Verlauf des Projekts auch ganz neue Objekte und Ansätze hinzu. Ein Folientunnel für die Tomaten, ein Gewächshaus für die Setzlinge, ein eigener Pizzaofen oder ein Kühlhaus im Schuppen, den Paul Königsmann zur Verfügung gestellt hat. In diesem werden die geernteten Kartoffeln und Getränke gekühlt.

Insbesondere die Kaltgetränke haben eine große Bedeutung, wie die Mitglieder der Gruppe immer wieder betonen. Der gemeinschaftliche Aspekt und der Spaß dürfen nicht zu kurz kommen. Deshalb seien Feste wie das Kartoffelfest ein sehr zentraler Bestandteil des Projekts. Hierbei ernte man zunächst gemeinsam mit den Oldtimer-Traktoren der Treckerfreunde, erzählt Doris Vogt. „Im Anschluss werden Tische, Bänke und ein großer Topf für die Kartoffeln aufgestellt. So lassen wir dann den Abend gemeinsam ausklingen.“

Außer den Erträgen und dem Gemeinschaftsgefühl ist der ökologische Gedanke ein zentraler. Es handelt sich schließlich um aktiven, auf lokaler Ebene stattfindenden Natur-, Arten- und Klimaschutz – und der geht jeden etwas an. 7 Wer sich ebenfalls für das Projekt begeistert oder selbst aktiv werden möchte, ist am Samstag (16. 10.) eingeladen, sich vor Ort ein Bild zu machen. Falls noch Fragen bestehen, oder jemand trotz Interesses nicht teilnehmen kann, bekommt er unter Tel. 02566/20918 weitere Auskünfte zum Projekt.

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