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Wunsch des Nepomucenums soll nicht erfüllt werden

Schwarz-Grün gegen Glastüren

Coesfeld. Das Gymnasium Nepomucenum hatte sich zur Unterstützung seines offenen pädagogischen Konzeptes gewünscht, dass im Rahmen der geplanten Modernisierung der Schule verglaste Türen eingebaut werden. Doch eine klare 8:4-Mehrheit im Schulausschuss des Stadtrates hat dies nun abgelehnt – vor allem wegen der finanziellen Auswirkungen, aber auch aus Sicherheitsgründen. 57 000 Euro mehr hätte es gekostet, wenn statt geschlossener Türblätter solche mit Glaseinsatz gekommen wären.

Detlef Scherle

Die beiden Tür-Varianten: links der Vorschlag des Planers und der Stadt mit einem Holztürblatt, rechts der Wunsch der Schule mit Verglasung. Foto: az

Eigentlich war bei den Umbaukosten für das Schulzentrum bei 52 Millionen Euro ein „Deckel“ aufgesetzt worden. Mehr Geld wollte man nicht in die Hand nehmen, damit die städtischen Finanzen nicht in eine Schieflage geraten. Der Wunsch der Schule kam formal zu spät, sollte aber noch berücksichtigt werden, wenn die Stadt durch bislang nicht eingeplante Fördermittel bei der Modernisierung der Dreifachsporthalle Geld einspart. Die Zuschüsse – das ist jetzt klar – fallen aber nicht ganz so hoch aus, wie beantragt – und so war für die CDU klar, dass der Kosten-Deckel weiter gelten muss. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch andere Vorhaben haben“, unterstrich deren sachkundige Bürgerin Gabriele Lenz. Ihr Fraktionskollege Lars Vogel ergänzte, dass neben den pädagogischen Belangen auch andere in den Blick genommen werden sollten: Robustheit und Stabilität der Türen. Für die Grünen wies Beate Balzer darauf hin, dass verglaste Türen auch bei Amoklagen problematisch sein könnten: „Dieser Sicherheitsaspekt ist nicht zu unterschätzen“, wie sie selbst schon bei mehreren Amok-Übungen erfahren habe.

Lanzen für den Wunsch der Schule brachen die Vertreter von SPD, Aktiv für Coesfeld und FDP. „In der Pädagogik wird heute eine offene Lernatmosphäre verlangt“, plädierte Anneliese Häck (Aktiv für Coesfeld) für die verglasten Türen. „Die ganze Pädagogik der Schule ist auf transparentes Lernen ausgerichtet“, argumentierte auch Kirsten Fabry (FDP). Ihre Partei sei von Anfang an gegen eine Kostendeckelung gewesen. Sami Bouhari (SPD) kritisierte, dass an den Schulen schon viel zu lange viel zu viel gespart worden sei: Wenn man alles streiche, bleibe es am Ende bei „einem Pott Farbe“ und Brandschutzmaßnahmen, spitzte er zu – „pädagogisch tut sich da nichts“. Dem widersprach Lars Vogel (CDU): „Das ist deutlich mehr, was da passiert.“ Es gehe ja auch nur um die Türblätter, neben den Türen und darüber solle es Glaselemente geben.

Mit schwarz-grüner Mehrheit wurde der Schulantrag schließlich abgelehnt. Eine weitere Beratung erfolgt noch im Bauausschuss. Endgültig entscheidet der Stadtrat.

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