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Viele Coronafälle und der Uni-Klinik-Streik verschärfen den Pflegekräftemangel in den Christophorus-Kliniken

Springer kompensieren die Ausfälle

Coesfeld

Die Corona-Sommerwelle bricht sich auch in den Christophorus-Kliniken Bahn. „Zurzeit fehlen etliche Mitarbeitende wegen eigener Corona-Erkrankung oder weil sie sich in Quarantäne befinden“, berichtet Dr. Mark Lönnies auf Nachfrage. Insgesamt seien es „etliche mehr als sonst um diese Jahreszeit und auch mehr als letztes Jahr um diese Zeit“, fügt der Vorsitzende der Geschäftsführung hinzu.

Von Florian Schütte

Die Arbeitsbelastung für das Pflegepersonal ist in allen Kliniken zurzeit enorm. In den Christophorus-Kliniken kommt neben vielen Coronainfektionen beim Personal auch noch der Streik an den Uni-Kliniken verschärfend hinzu. Foto: Foto: fs

Gleichzeitig lagen in den vergangenen Tagen zwischen 30 und 40 Menschen mit Corona im Krankenhaus, davon zuletzt vier auf der Intensivstation – alles Patienten, die einen hohen zeitlichen Behandlungs-Aufwand erfordern. Um keine Versorgungslücke entstehen zu lassen, rüsten sich die Christophorus-Kliniken laut Lönnies mit „einem Bündel von Maßnahmen“. Mitarbeiter müssen ihre erkrankten Kollegen vertreten „und die Mitglieder unseres Springerpools werden gezielt dort eingesetzt, wo jemand ausfällt“, erklärt Lönnies.

Immer reiche das jedoch nicht. Und so müssten auch tagesaktuell teilweise Betten geschlossen und punktuell Untersuchungen und planbare Eingriffe verschoben werden.

Ein weiterer Engpass-Faktor ist der Streik an den Uni-Kliniken. Patienten, die für spezielle Behandlungen ins UKM verlegt werden müssen, werden von dort aus früher in die Christophorus-Kliniken zurückverlegt. „Dazu finden auch spürbar mehr Verlegungen aus den Aufnahmen der anderen Münsteraner Krankenhäuser zu uns statt“, sagt Lönnies. Rettungsdienste an der Kreisgrenze von Coesfeld werden nun vermehrt in die Kreisstadt statt nach Münster umgeleitet.

„Die Lage ist also weiterhin angespannt“, betont Lönnies. „Unternehmensleitung und Krisenstab beobachten das Infektionsgeschehen im Kreis und der Umgebung sowie die Lage in den Kliniken daher sorgfältig und stimmen sich regelmäßig ab.“

In den drei Seniorenheimen der Christophorus Pflege + Wohnen in Coesfeld und Nottuln hat es in den vergangenen Wochen ebenfalls Corona-Infektionen gegeben. Aktuell sei noch eine Person infiziert, wie Jochen Fallenberg informiert. Vor allem aber ist der Geschäftsführer der Christophorus Pflege + Wohnen erleichtert über die „wenn überhaupt nur leichten Krankheitsverläufe“.

Die Schutzmaßnahmen seien mittlerweile gut etabliert und bekannt. „Die allermeisten Besucherinnen und Besucher akzeptieren die Hygienemaßnahmen auch weiterhin als wichtigen Schutz für ihre Angehörigen und die Mitarbeitenden“, meint Fallenberg.

„Bei unserem Pflegepersonal sind zurzeit immer wieder Einzelne von Corona-Infektionen betroffen“, sagt der Geschäftsführer. Umso stolzer sei er auf sein Personal, das sich trotz dieser lang andauernden, herausfordernden Zeit für das Wohl und die Gesundheit der Senioren einsetzt.

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