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Pfarrversammlung in Lette zwischen Optimismus und Kritik

St. Johannes auf neuem Kurs

LETTE

Es waren viele neue Gesichter, die sich am Dienstagabend in der Johanniskirche in Lette ganz offiziell der Gemeinde präsentierten. Im Rahmen der Pfarrversammlung stellte sich das Seelsorgeteam rund um Pfarrdechant Johannes Arntz vor, welches bereits seit dem Tod von Pfarrer Stephan Wolf für die Gemeinde zuständig ist. Eine Fusion war nicht gewünscht, sodass es nun ein gemeinsames Pastoralteam mit der Lamberti-Gemeinde in Coesfeld gibt. Arntz ist zwar formal der Pfarrverwalter, betonte aber: „Ich möchte nicht nur Verwalter sein, ich möchte weiter Seelsorger sein. Das ist eine ganz wichtige Aufgabe, für die ich angetreten bin.“

Von Marek Walde

Marion Gröver betonte bei ihrer Meldung die Wichtigkeit der Einbeziehung von Kindern in die Arbeit der Kirche.

„Wir müssen lernen, dass wir jetzt in zwei Gemeinden Seelsorger sind“, erklärte Pastoralreferent Walbert Nienhaus bei seiner Vorstellung. Nienhaus ist kein Unbekannter in Lette, da er bereits zuvor in verschiedenen Projekten in der Gemeinde tätig war. Ebenso, wie Pastoralreferentin Christiane Mussinghoff, die künftig für die Kindergärten zuständig ist. Sie hat bereits ein klares Bild von der Gemeinde: „Ich finde die Power toll, die hier in Lette ist!“

Pater Paul wird als Weltpfarrer ab dem kommenden Jahr in Lette tätig sein. Zur Pfarrversammlung konnte er aus privaten Gründen nicht kommen, stellte sich aber in einer Videobotschaft vor. Sein Anspruch: „Ich möchte Kirche als lebendige Gemeinschaft gestalten.“ Pater Paul war bereits in Lette zu Gast und konnte sich einen ersten Eindruck machen. In seiner Botschaft hob er das ehrenamtliche Engagement hervor, das ihm bereits aufgefallen sei. „So viel Auswahl an Seelsorgerinnen und Seelsorgern hatte Lette schon lange nicht mehr“, schmunzelte Ute Gertz vom Bistum Münster, die die Moderation der Veranstaltung übernommen hatte.

Um einen möglichst guten Weg in die Zukunft einzuschlagen, hatten die Verantwortlichen aus Lette bereits 2019 eine Befragung innerhalb der Gemeinde durchgeführt. Insgesamt 370 Rückmeldungen wurden ausgewertet, deren Ergebnisse Markus Kockmann und Mechthild Rabbe vom Pfarrgemeinderat präsentierten. Als besonders positiv hoben die Befragten das aktive Gemeindeleben, die Eigenständigkeit der Pfarrei, das Kirchengebäude, die Bücherei und die Gestaltung der Krippenlandschaft hervor. Gewünscht wurden unter anderem mehr Kompetenzen für Laien und Frauen, Diskussionsangebote zu aktuellen Themen und zielgruppengerechtere Angebote. „Wir müssen einen Raum schaffen, in dem sich auch die Kinder wohl fühlen. Die Kinder sind unsere Zukunft, damit Kirche nicht ausstirbt“, erklärte Marion Gröver, die aus dem Publikum das Gehörte kommentierte.

Einer der Botschaften des Abends war: Kritik wird wahrgenommen. Punkte, wie der Vertrauensverlust in die Institution oder veraltete Strukturen, wurden deutlich angesprochen. Insgesamt acht Leitgedanken wurden aus den Rückmeldungen erarbeitet, die so in den Pastoralplan übernommen werden sollen. So sollen zu bestimmten Anlässen Laien die Predigten halten, das ehrenamtliche Engagement durch Aus- und Fortbildungen und auch in finanzieller Hinsicht weiter wertgeschätzt werden, die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und die Messfeiern stärker am Leben der Menschen orientiert werden. Die Leitgedanken liegen ab sofort in der Kirche aus und können dort kommentiert werden.

Konkret verändern werden sich die Messzeiten. Am Sonntag soll künftig nur noch ein Gottesdienst stattfinden. An diesem Wochenende wird es in den Messen eine Abfrage geben, zu welcher Uhrzeit dieser möglichst sein soll. Auch dabei hoffen alle Verantwortlichen auf eine gute Beteiligung.

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