1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. Strahlende Gesichter in taghellen Fluren

  8. >

Ernsting’s family investiert zum 20-jährigen Bestehen 600 000 Euro ins WBK

Strahlende Gesichter in taghellen Fluren

Coesfeld

Das WBK an der Osterwicker Straße ist ein denkwürdiger Ort. Ein Gebäude, das „früher dem Krieg und heute dem Frieden“ dient, wie es Initiator Kurt Ernsting stets zu sagen pflegte. Vor 20 Jahren zogen mit Fern-Uni, Volkshochschule und Musikschule im wahrsten Sinne der Worte Wissen, Bildung und Kultur ins einstige Wehrbezirks-Kommando ein. Das war damals schon modern aufgepeppt worden. Doch jetzt, zum kleinen Jubiläum, das wegen Corona nicht richtig gefeiert wird, erlebt es noch einmal optisch und technisch einen Quantensprung.

Von Detlef Scherle

Beim Rundgang durch die Flure, die nun tageslichthell beleuchtet sind: (v.l.) Bärbel Thesing (Fern-Uni), Michaela Reuter (Architekturbüro Bock, Neuhaus und Partner), Daniel Köster (Ernstings Family), Meinhard Neuhaus (Bock, Neuhaus und Partner), Thomas Hoffmann (Ernsting’s family), Bernd Mertens (Musikschule) und Bürgermeisterin Eliza Diekmann. Foto: Foto: ds

Mehrere Monate lang haben Handwerker ihr Bestes gegeben. Ganz fertig geworden sind sie – auch aufgrund von Lieferschwierigkeiten – zwar noch nicht. Aber schon das vorläufige Ergebnis begeisterte Vertreter der beteiligten Institutionen. „Der Zeitpunkt ist ideal. Wir können jetzt nach den Ferien mit einem frischen Look starten“, freute sich Bürgermeisterin Eliza Diekmann. Sie sei „total glücklich, dass wir als Stadt hier Mieter sein dürfen“. Der Mietvertrag wurde um 15 Jahre verlängert. „Uns liegt sehr viel an langjähriger Partnerschaft“, unterstrich Daniel Köster, Geschäftsführer von Ernsting’s family. 600 000 Euro hat das Unternehmen nach seinen Angaben noch einmal in die Immobilie investiert – unter anderem in Echtholzfußböden, Trockenbau, viel frische Farbe, eine taghelle Beleuchtung und vor allem in den Anschluss an schnelles Internet. Und die Stadt ergänzte das mit 145 000 Euro, die in neues Mobiliar und Ausstattung gesteckt wurden, wie Fachbereichs- und VHS-Leiterin Dr. Mechtilde Boland-Theißen ergänzte.

Bärbel Thesing, Leiterin des Regionalzentrums (künftig: Campus) der Fern-Universität Hagen, die vor 20 Jahren als erste mit ihrer Einrichtung ins WBK eingezogen war, freute sich über die Frischzellenkur ihres Bereichs, der künftig noch im Fern-Uni-Blau erstrahlt: „Wir sind stolz darauf, dass wir hier drin sein dürfen“, sagte sie.

„Das ist grandios, wie sich das weiterentwickelt hat“, lobte Musikschulleiter Bernd Mertens die Neugestaltung. Er kann unter dem Dach sogar ein kleines Aufnahmestudio einrichten. Überall im Haus gibt es nun W-LAN. „Das gibt uns einen wahnsinnigen Auftrieb“, meinte er.

Als „Herzensangelegenheit“ von Ernsting’s family, schon von Firmengründer Kurt Ernsting her, bezeichnete Köster das WBK. „Sehr gerne“ habe man hier investiert. Er zeigte sich sicher, dass das Gebäude nun wieder vielen Jahren den Anforderungen der Nutzer gerecht werden könne. Dass am Ende alles so gut gelungen ist, führten alle Beteiligten auch auf die gute Zusammenarbeit zurück. Die Nutzer konnten ihre Vorstellungen einbringen. „Es war ein schönes Miteinander“, blickte Architekt Meinhard Neuhaus zurück. Kleiner Wermutstropfen sei nur noch, dass es für die Gastronomie im Erdgeschoss noch keinen Nachfolger gebe. Das sei in Corona-Zeiten schwierig, so Ernsting’s-family-Sprecher Marcello Concilio. Man bleibe aber optimistisch.

- Modernisierung vom Keller bis zum Dachgeschoss: Der Werkraum im Untergeschoss ist so geschickt beleuchtet, dass er gar nicht mehr als dunkler Keller wahrgenommen wird. Auf dem VHS-Flur wurde ein Aufenthaltsraum im Flair eines Pariser Cafés eingerichtet. Noch stehen Umzugskartons dort im Weg. Man kann sich aber gut vorstellen, wie sich dort künftig Kursteilnehmer und Mitarbeiter in Pausen zum Austausch hinter einer neuen großen Glasfront treffen.

„Das war das aufwendigste Projekt“, berichtete Planerin Michaela Reuter vom Coesfelder Architekturbüro Bock, Neuhaus und Partner. Ein großer Metallträger musste dort aus statistischen Gründen eingebaut werden. Es gebe ja die Metapher vom „dritten Ort“, erläuterte Boland-Theissen den Hintergrund. Neben der Bildung gehe es eben auch um Begegnung. Und die soll dort nun ermöglicht werden.

Startseite