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„Rendezvous mit Buch“ in der Stadtbücherei

Streifzug durch die DDR-Kulturgeschichte

Coesfeld

Anlässlich der Ausstellung „Leseland DDR“ in der Stadtbücherei Coesfeld stellten beim „Rendezvous mit Buch – Spezial“ Gertrud Manemann, Dieter Niehoff, Birgit Quente, Brigitte Tingelhoff sowie Michael Kaup vom Förderverein in beinahe drei Stunden eine vielschichtige Literaturliste mit Bezug zur ehemaligen DDR vor. Sie regten so eine Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte der DDR an.

Von Simone Mattern

Gertrud Manemann, Michael Kaup, Birgit Quente, Dieter Niehoff (v.l.) sowie Brigitte Tingelhoff vom Förderverein der Stadtbücherei Coesfeld stellten in ihrer eigenen Präsentation eine vielschichtige Literaturliste von über 15 Büchern samt ihrer Autoren mit Bezug zur DDR vor. Foto: Foto: sm

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein von Erich Honecker geprägtes Schlagwort für den Anspruch der DDR, ein besonders lesefreudiges Land zu sein. Die Schau von der Bundesstiftung Aufarbeitung umspannt zeitlich das diktatorische DDR-Regime bis zur Friedlichen Revolution im Herbst 1989 sowie die ehemalige DDR als Thema der Gegenwartsliteratur. Ab Dezember stehen die 20 Tafeln samt didaktischem Begleitmaterial auch Schulen, Kirchen und weiteren Bildungsträgern für eigene Veranstaltungen wie Diskussionen und Filmabende zur Verfügung. Mit kurzen Einspielungen erinnerte Michael Kaup an bekannte Sänger und Liedermacher aus der Zeit der SED-Diktatur. Neben dem Nina Hagen-Song „Du hast den Farbfilm vergessen“, erklang das Lied „Kinder“ von Bettina Wegener. Dieter Niehoff stellte unter anderem das Buch „Wie Frau Krause die DDR erfand“ von Kathrin Aehnlich vor. Es ist eine Satire aus dem Jahr 2019. Die Plastikmilchtüten mit dem blauen Haltebecher, die die Autorin aufgegriffen hat, waren auf beiden Seiten der Mauer mit dem gefürchteten Todesstreifen bekannt. „Die Menschen, die damals in der DDR lebten, waren ja genauso normal und spießig wie wir“, stellte Niehoff fest. Viele Menschen versuchten, aus der DDR zu fliehen. Denn unter dem kommunistischen Regime unterlagen nicht nur Autoren und ihre Bücher der staatlichen Lenkung und Zensur. Auch die Reisefreiheit war stark eingeschränkt.

Der Kinofilm „Ballon“ von Michael Herbig aus dem Jahr 2018 hat die waghalsige Flucht zweier Familien aus Heinersdorf in Thüringen in die bayrische Stadt Naila zu einem Thriller verwoben. Mit einem selbstgenähten Heißluftballon gelang den Familien Strelzyk und Wetzel 1979 die Flucht über die innerdeutsche Grenze in den Westen.

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