DRK blickt in Coesfeld und Goxel auf ein turbulentes Jahr zurück

Terminvergabe entschärft Wartezeiten

Coesfeld. Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gar nicht so schlecht aus. Insgesamt 1595 Personen spendeten im vergangenen Jahr in Coesfeld und Goxel ihr Blut. Nur eine Person weniger als noch 2019. „Wenn man nur die nackten Zahlen betrachtet, können wir zufrieden sein. Aber ein genauerer Blick zeigt doch mehr“, sagt Heiko Steckel, der zusammen mit seiner Frau Cornelia und einer Handvoll weiterer Helfer für die Koordination und Betreuung der Blutspende seitens des DRK Coesfeld verantwortlich ist.

Jessica Demmer

Foto: az

So konnte nur einer von vier Terminen in Goxel im Februar stattfinden. „Dann kam die Pandemie und die Räumlichkeiten vor Ort wurden zu klein“, so Heiko Steckel. Bis heute könne dort keine Blutspende durchgeführt werden. Es verlagerte sich somit vieles nach Coesfeld, doch auch dort lief es zunächst im März nicht ganz rund. „Der erste Donnerstag nach dem Lockdown verlief etwas chaotisch. Wir mussten innerhalb von 48 Stunden alles umdisponieren.“ Die bisherigen Helfer über 60 und unter 18 Jahren durften nicht mehr mithelfen, die Cafeteria mit Buffet war nicht mehr erlaubt. „Wir sind dann auf Lunchpakete umgestiegen, die wir hygienisch verpackt haben“, so Heiko Steckel. Dafür wurde weniger Personal benötigt, so war der Ausfall besser zu verkraften. „Die Spender mussten teils jedoch sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen, standen bei der Kälte bis zu zwei Stunden draußen in der Schlange. Dafür gebührt allen wirklich größter Respekt“, zeigt er sich dankbar.

Im April wurde dann das Schulzentrum kurzfristig zum Blutspendezentrum. „Das nutzten auch kleinere Ortsvereine aus den umliegenden Gemeinden. Zu den jeweiligen Terminen wurden schwerpunktmäßig die Spender eingeladen, die ohnehin eingeladen worden wären und wurden von den entsprechenden Ortsvereinen betreut.“ Einen Monat später fand alles wieder an gewohnter Stelle statt. „Der Blutspendedienst hat dann die Online-Vergabe von Terminen eingeführt, damit die Spender in den einzelnen Orten nicht mehr lange warten mussten. Das hat auch bei uns in Coesfeld wirklich gut funktioniert und vieles entspannt“, freut sich Heiko Steckel. „Wir konnten besser planen und auch die Rückmeldung der Spender war positiv.“ Ein System, das auch in Zukunft weiter Anwendung finden soll – flächendeckend in Deutschland. „Idealerweise hat künftig jeder seinen Termin und weiß, wann er an der Reihe ist. Natürlich geht es auch noch kurzfristig, aber dann muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden.“

Von den 1595 Spendern waren 1492 „Wiederholungstäter“ und 103 Erstspender. Zudem habe ein Blutspendetermin am Pictorius-Berufskolleg im Januar stattgefunden. „Die beiden Berufsschulen organisieren das schon seit einigen Jahren in Eigenregie, um Erstspender zu gewinnen. Das hat gut geklappt. Von 79 Spendern waren 44 zum ersten Mal da. Wegen der Pandemie konnten leider keine weiteren Termine stattfinden, aber das ist wirklich eine ganz tolle Sache.“ Denn es würden auch weiterhin händeringend Spender gesucht.

Und noch eine Geschichte ist Heiko Steckel im Gedächtnis geblieben: „Wir haben 25 Gutscheine für ein Frühstücksbuffet gespendet bekommen von einem Coesfelder, dessen Ehefrau schwer erkrankt war und viele Blutkonserven gebraucht hat. Zusammen mit einem Coesfelder Wirt hat er dann die Gutscheine gespendet, die wir an Erstspender weitergegeben haben. Eine ganz spontane Initiative, über die wir uns wirklich sehr gefreut haben.“

Terminreservierungen sind via QR-Code möglich oder online unter | terminreservierung.blutspendedienst-west.de

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