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Trotz rückläufiger Nachfrage auch in Coesfeld

Teststationen machen erstmal weiter

CoesfeLd

Auch in der Stadt Coesfeld, in der nun schon seit ein paar Tagen kein Ansteckungsfall mehr nachgewiesen werden konnte, ist die Nachfrage nach Corona-Schnelltests deutlich gesunken. Wurden allein vom Deutschen Roten Kreuz an Spitzentagen bislang bis zu 800 Testungen durchgeführt, waren es in der letzten Woche nur noch etwa 250. Tendenz weiter fallend. Lange Schlangen gab es vor dem Zentrum an der Bahnhofstraße schon lange nicht mehr, berichtete Vorstand Christoph Schlütermann auf Nachfrage. Keinen Einbruch der Zahlen, aber „einen leichten Rückgang“ meldete Uschi Aupers-Schneider von der Fabrik beziehungsweise dem Café Central. Die private Schnelltest-Anbieterin hat festgestellt, dass viele, die sich mit mehreren anderen treffen wollen, immer noch auf „safety first“ setzen – ob bei der privaten Feier, dem Schulabschluss oder einem Enkelbesuch bei Oma und Opa. Nach AZ-Informationen sollen alle Teststationen in der Stadt zunächst auch noch weiterbetrieben werden.

Von Detlef Scherle

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Einen Rückzug seiner Laurentius-Apotheke (Overhagenweg) vom Testen kann sich Dr. Stephan Barrmeyer auch auf längere Sicht nicht vorstellen: „Wir bleiben dabei, auch wenn es schon längst nicht mehr wirtschaftlich ist“, hob er auf AZ-Nachfrage hervor. Zehn bis 15 Schnelltests wertet er zurzeit noch täglich aus – es waren auch schon mal über 50. Und die Vergütung dafür sei deutlich gesunken: von 18 auf 12,50 Euro pro Test. Im Gegensatz zu manchen privaten Anbietern in „Goldgräberstimmung“ sei es ihm immer darum gegangen, in der schwierigen Pandemiesituation zu helfen, unterstrich er. „Und das Testen bleibt notwendig“, ist er überzeugt: „Spätestens nach den Sommerferien werden wir es wieder verstärkt brauchen.“ Seine Sorge gilt der Delta-Virusvariante, die in England und Portugal schon für eine vierte Welle gesorgt hat.

Dass Corona noch längst nicht überstanden ist, das sieht auch Schlütermann vom DRK so. „Das Parlament hat ja die pandemische Lage auch noch mal bestätigt“, sagt er. Schlütermann befürchtet auch, dass es nach den Ferien mit den Urlaubsrückkehrern vor dem Hintergrund der sich schneller ausbreitenden Delta-Variante zu einer vierten Welle kommen könnte. Auch die Fußball-EM mit zahlreichen Kontakten könnte dazu beitragen. „Wir wollen auch dann weiter die Grundversorgung sicherstellen und schließen unsere Testzentren nicht“, bekräftigte er. Sich weiter regelmäßig zu testen, bleibe auch wichtig, um Ausbrüche rechtzeitig zu erkennen und eindämmen zu können. „Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, sich testen zu lassen, wenn man zu vulnerablen Gruppen Kontakt hat“, sagte er. Auch bei Hochzeiten und anderen größeren Feiern im privaten Rahmen sollte das Testen „Ehrensache“ sein.

Mit den Testungen insgesamt ist nach seinen Angaben auch die Zahl der herausgefischten positiven Fälle zurückgegangen. „In der letzten Woche hatten wir kreisweit nur elf“, berichtete Schlütermann. Bislang seien es immer etwa zwei bis drei am Tag gewesen.

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