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Olaf Oehlert seit neun Jahren im Helmuspark ehrenamtlich aktiv / Sanierung der Grünanlage geplant

Tierfreund zeigt sich enttäuscht

Coesfeld

Traurig füttert Olaf Oehlert die Kanada-Gans Clementine sowie deren Artgenossen am Ufer des Teichs im Helmuspark. Seit neun Jahren betreut der Coesfelder ehrenamtlich die Teichanlage am Helmuspark.

Von Manuela Reher

Auch die Behausungen für die Meerschweinchen und Kaninchen muss Olaf Oehlert – hier mit Tochter Jacqueline – abreißen. Foto:

Drei Mal am Tag sieht er dort nach dem Rechten. Doch damit sei nun leider bald Schluss, bedauert der Coesfelder. Denn im Zuge der politischen Diskussion um die geplante Sanierung der Grünanlage zwischen Dülmener Straße und Karlstraße mache die Arbeit für ihn dort wenig Sinn, zeigt sich Olaf Oehlert enttäuscht.

Im Juni dieses Jahres hat der Umweltausschuss beschlossen, finanzielle Mittel für den Helmuspark (und auch den Park an der Bergallee) in den Haushalt 2022 einzustellen, um sie zu sanieren. Auch soll die Wasserqualität der Teiche beaufsichtigt und eine Lösung mit dem Betreuer des Helmusparks angestrebt werden. Der Stadtverwaltung schwebt ein Bürgerprojekt Helmuspark vor.

Olaf Oehlert berichtet, dass er inzwischen aufgefordert worden sei, die beiden Volieren, die er errichtet habe, spätestens bis Oktober dieses Jahres zu entfernen. Dort haben 25 prächtige Wellensittiche und 15 Nymphensittiche ein behagliches Zuhause gefunden. Auch Meerschweinchen und Kaninchen in einem von ihm errichteten Stall hätten bisher viele Kita-Kinder, Grundschüler, Nachbarn und weitere Parkbesucher angelockt.

Der zweifache Großvater Olaf Oehlert erinnert sich gern an viele spannende Rundgänge durch den Park mit staunenden Kindern. All das und auch die Arbeit mit Wasservögeln auf dem Teich und die Pflege des Gewässerumfeldes habe ihm stets viel Freude bereitet.

„Natürlich kann im Helmuspark einiges verbessert werden“, räumt Olaf Oehlert ein. Der Teich müsse sicherlich entschlammt werden. Außerdem könne man die Grünanlage vielleicht mit einem großen Schachspiel auf der Rasenfläche oder Ähnlichem aufwerten. Aber er halte gar nichts davon, „erst einmal alles abzubrechen und dann alles neu zu planen“, wie es ein mögliches Konzept für den Helmuspark vorgeben könnte.

„Man muss nicht viel investieren, um den Helmuspark zu sanieren“, zeigt sich Olaf Oehlert überzeugt. Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Steffen Böwing habe er bereits viel Zeit und Geld in die Pflege und Aufwertung der Grünanlage investiert. In der Bevölkerung habe er stets viel Bestätigung für sein bürgerschaftliches Engagement erfahren. Auch deshalb hofft er auf Unterstützung aus diesen Reihen.

Inzwischen aber ist Olaf Oehlert bereits dabei, die Wasservögel, darunter Gänse und Enten, auf dem Teich nach und nach wegzugeben. „Diese Ziervögel habe ich selbst angeschafft. Anfangs lebten auf dem Gewässer nur Wildvögel“, sagt er mit Blick auf die Vergangenheit, als die Vogelfreunde noch für die Pflege des Parks verantwortlich zeichneten. Auch für neun Schildkröten sowie die Sittiche und ebenfalls die Nagetiere sucht Olaf Oehlert nun ein neues Zuhause.

„Vielleicht gibt es jemand, der ein geeignetes Grundstück oder sogar eine Grünfläche zur Verfügung stellen könnte“, sagt er. Doch am liebsten wäre es ihm, wenn es doch noch eine „gute Lösung“ für den Helmuspark geben würde. Darüber würde er sich sehr freuen, und die Kanada-Gans Clementine und ihre Artgenossen müssten nicht umziehen.

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