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Antrag für neues Heim in Goxel ist gestellt – Genehmigungsverfahren läuft

Tierische Vorfreude auf den Neubau

Coesfeld

Das entscheidende Papier ist unterzeichnet. „Wir haben endlich den Bauantrag unterschrieben“, verkündet Sandra Kassenböhmer, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung. Bekanntermaßen strebt der Verein schon seit einigen Jahren einen Neubau für das in die Jahre gekommene Tierheim in Lette an. Das Vorhaben scheint nun nach anfänglichen Schwierigkeiten in trockenen Tüchern zu sein. Gebaut werden soll das Heim auf einer Fläche nahe der Reithalle in Goxel.

Von Leon Seyock

6000 Quadratmeter groß soll das Gelände des Tierheims werden. Das neue Gebäude soll über großzügige Außenflächen verfügen, zudem soll in Zukunft der Vermittlungsbereich ansprechender gestaltet werden. Foto: Plan: Gebker Architektur

Wann genau der erste Spatenstich auf dem Feld, auf dem im Moment noch Mais wächst, gemacht wird, stehe noch nicht genau fest: „Der Bauantrag wird erst von verschiedenen Behörden geprüft. Das Genehmigungsverfahren läuft also“, erläutert Hans-Jürgen Gebker vom gleichnamigen Architekturbüro aus Gescher, der auf ein zügiges Voranschreiten hofft – denn die Beteiligten haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Bis Herbst 2022 soll alles fertig sein“, so Kassenböhmer.

Ein nervenaufreibender Weg liegt bisher hinter dem Verein: Bereits 2019 erwarb er eine Fläche für das neue Tierheim in Flamschen. Auch genaue Baupläne habe es bereits gegeben. Dann der Rückschlag: Es wurde bekannt, dass ein Naturschutzgebiet entstehen soll, das die ausgewählte Fläche mit einbezieht – der Verein stand wieder am Anfang und musste sich erneut nach einem passenden Grundstück umsehen. Im vergangenen Jahr wurde der Verein dann in Goxel fündig. „Glücklicherweise konnten wir die Pläne des Architekten fast komplett übernehmen“, freut sich Kassenböhmer.

Demnach soll die Gesamtfläche 6000 Quadratmeter umfassen, wovon 900 auf den neuen Zweckbau entfallen sollen. Im Außenbereich wird es unter anderem Parkplätze und einen Hundeübungsplatz geben.

„Im Gebäudeinneren ist neu, dass wir eine saubere Trennung zwischen dem Quarantäne- und Vermittlungsbereich erreichen“, erklärt Jürgen Hille, Erster Vorsitzender des Tierschutzvereins. Auch auf die aktuellsten Haltungsanforderungen der Tiere, beispielsweise mehr Platz pro Tier, könne nun eingegangen werden. Eine Rezeption mit einer Theke wird die Besucher künftig empfangen, auch ein Büro, eine Küche und einen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter soll es geben.

Neu wird auch sein, dass der Vermittlungsbereich ansprechender gestaltet werden soll. „Wir werden abgeschlossene und größere Räume schaffen, und unsere Besucher können die Tiere dann durch Fenster beobachten“, erklärt Hille und ergänzt: „So kommen wir endlich von der Zwinger-Atmosphäre weg, wie sie aktuell noch herrscht.“

Das wiederum komme auch dem Schallschutz zugute: „Das Hundegebell bleibt in den Räumen und hallt nicht über den gesamten Flur, da es keine offenen Räume mehr geben wird“, nimmt Hille einigen Anwohnern aus Goxel den Wind aus den Segeln, die eine erhöhte Lärmbelästigung aufgrund der Ansiedlung des Tierheims in ihrer Nähe befürchtet hatten.

Nach wie vor sollen die Besucher des Tierheims auch in Zukunft mit ihren Lieblings-Fellnasen spazieren gehen können, „dafür bietet sich die Heide ja geradezu an“, sagt Hille mit Blick in die Umgebung – bevor er selbst mit seinem eigenen Chihuahua zu einer kleinen Runde aufbricht.

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